Stadt Zürich verbietet Facebook & Co.

26. August 2009 um 15:06
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Gopf

Gopf
"Woschmiis Facebook, taminomol?" Das dürften sich demnächst viele Angestellte der Stadft Zürich fragen. Denn der Stadtrat hat heute beschlossen, den Internet-Zugriff auf Facebook und andere soziale Netzwerke für städtische Mitarbeitende schlicht zu sperren.
Nach der Meinung des Stadtrates haben die Stadtangestellten einfach zu oft auf Web 2.0-Sites zugegriffen. Man habe sich schon Ende April damit beschäftigt, so begründet er nun die Sperrung, und den Angestellten noch einmal "eine letzte Chance" gegeben, Facebook weiter ansteuern zu können. Allerdings mit der klaren Forderung, sich zu mässigen. Im März hätten die Stadtangestellten insgesamt 3,36 Millionen Zugriffe produziert. Im Juli, so verlangte der Stadtrat, hätten es noch maximal 500'000 sein dürfen.
Die Forderung bewirkte etwas – aber nicht genug. Im Mai gingen die Zugriffe laut dem Rat auf 1,15 Millionen zurück, stiegen danach aber im Juni und Juli wieder auf zuletzt 1,7 Millionen Zugriffe. Die städtische Verwaltung hat insgesamt rund 24'000 Angestellte.
Die Versuch mit sanfter Erziehung hat also nichts gefruchtet und die Zürihegel und –hegelinnen der städtischen Verwaltung dürfen sich am Arbeitsplatz nun gar nicht mehr auf Facebook umtun. Der Rat lässt aber gleich auch die ganze Kategorie "Social Networks and Personal Sites" ab sofort zu sperren. Dazu gehören gemäss '20 Minuten' neben Facebook auch Twitter, Myspace, Flickr und viele weitere Seiten.
Wie der Chef des Zürcher Informatikabteilung OIZ, Daniel Heinzmann, laut '20 Minuten' erklärte, geht es bei der Sperrung vor allem darum, die internen Netzwerke zu entlasten. Diese seien durch den starken Anstieg der Zugriffe "verstopft" worden, und: "Es kann doch nicht sein, dass wir aufgrund dieser Zugriffe unsere Netze ausbauen müssen." (hjm)
(Bild: Damals kam man schliesslich auch noch ohne Facebook aus, oder? Der Uetliberg auf einem Flügel des Hochaltars von Hans Leu dem Älteren, 15. Jahrhundert. Im Vordergrund an der Limmat der Weinplatz, rechts dunkel das "Haus zum Schwert")

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