Stadtzürcher IT gibt wieder zu reden

12. Januar 2012, 10:15
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Ein aus dem Ruder gelaufendes Projekt im Schuldepartement erregt die Gemüter.

Ein aus dem Ruder gelaufendes Projekt im Schuldepartement erregt die Gemüter.
Bei der Entwicklung einer Software im Stadtzürcher Schuldepartement ist es offenbar zu massiven Kostenüberschreitungen gekommen. Wie der 'Tages Anzeiger' heute berichtet, wollte das Departement eine Software zur Verwaltung sogenannter, im Volksschulgesetz von 2005 vorgesehener, Globalkredite entwickeln, mit welcher die Schulen ihre finanziellen Mittel effizienter einsetzen können. Die von der Stadt bereits eingesetzten Programme von IRP beziehungsweise SAP, hat man beim Departement als nicht geeignet angesehen, heisst es in der Zeitung.
Die ursprünglich veranschlagten 160'000 Franken Entwicklungskosten konnten jedoch nicht eingehalten werden, sondern stiegen im Laufe der Arbeiten um rund 2,15 Millionen Franken an. Der Haken: Entsprechende Nachtragskredite wurden gemäss der Zeitung nicht beantragt. Entdeckt wurde dies amtsintern im Sommer 2009, der Gemeinderat sei darüber allerdings nicht informiert.
Ans Licht kamen die Vorkommnisse nun, weil Mitglieder der RPK dem zuständigen Zürcher Stadtrat Gerold Lauber Fragen zu den Globalkrediten stellten und offenbar unbefriedigende Antworten erhielten. So habe Lauber nicht einmal angetönt, dass der Fall auf irgendeine Art Konsequenzen nach sich ziehen werde, zitiert der 'Tages Anzeiger' ein Kommissionsmitglied, das anonym bleiben will. Ein anderes Kommissionsmitglied wirft Lauber vor, sein Departement nicht im Griff zu haben. "Lauber hätte längst eingreifen und offen darüber informieren müssen".
Lauber selber gibt zwar zu, "dass die definierten städtischen Prozesse nicht korrekt eingehalten wurden". Allerdings habe er die versäumten Ausgabenbeschlüsse nachträglich einholen lassen und die entsprechenden Gremien, darunter den Stadtrat informiert. Von personalrechtlichen Massnahmen sah er aber ab. Der Leiter des IT-Projekts ist im Herbst 2010 zwar ersetzt, aber nicht entlassen worden, wie die Zeitung weiter weiss.
Die Parlamentarier geben sich damit jedoch nicht zufrieden. Der Vorfall sei insbesondere deshalb stossend, als dass die Stadt mit der Organisation und Informatik der Stadt Zürich (OIZ) über eine eigene IT-Abteilung verfügt. Der Fall zeige einen "erschreckend liederlichen Umgang" mit Steuergeldern. (bt)

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