Ständerat genehmigt 70 Millionen für (fast sicher) Win-10-Migration

8. Dezember 2015, 09:18
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Die Computer-Arbeitsplätze in der Bundesverwaltung werden bis 2020 auf die nächste Generation aufgerüstet.

Die Computer-Arbeitsplätze in der Bundesverwaltung werden bis 2020 auf die nächste Generation aufgerüstet. Der Ständerat ist heute einer Empfehlung seiner Finanzkommission nachgekommen und hat dafür einen Verpflichtungskredit über gut 70 Millionen Franken genehmigt. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 89 Millionen Franken.
Grund für die Aufrüstung ist das von Microsoft auf Ende 2019 angesetzte "Lebensende" von Windows 7. Microsoft wird danach keinen kostenlosen Support mehr bieten und insbesondere keine Security-Patches mehr ausliefern. Deshalb müssten die Arbeitsplatzsysteme der Bundesverwaltung auf eine neue Betriebssystemgeneration migriert werden, begründete das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) die Aufrüstung in der bundesrätlichen Botschaft.
Deshalb beschloss der Bundesrat Anfang Juli die Einführung einer neuen Generation von Arbeitsplatzsystemen in der Bundesverwaltung. Zugleich sollen verschiedene Anforderungen der Departemente an den elektronischen Arbeitsplatz umgesetzt werden, etwa bessere Leistungsfähigkeit und Zugriff über mobile Arbeitsgeräte mit den notwendigen Funktionen und Sicherheitsfreigaben.
Die Migration des Betriebssystems und der Wechsel zu einer neuen Generation von Arbeitsplatzsystemen bis zum Jahr 2020 erfordere ein bundesweit koordiniertes Vorgehen, heisst es von Seiten des ISB.
Windows 10?
Ob das nächste Betriebssystem wieder von Microsoft stammen wird, geht aus der Botschaft an das Parlament nicht hervor. Alternativen würden geprüft, sagte Kommissionssprecher Christian Levrat (SP/FR). Sogar Levrat räumt aber ein, dass ein Wechsel "eher unwahrscheinlich" sei.
Inside-it.ch schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass Windows 10 gewählt wird, auf 99,9 Prozent ein. Etwa 0,09 Prozent geben wir Windows 8.1, falls man sich beim Bund beispielsweise am Update-Zwang stört kriegen würde. Linux, OS X oder Chrome/Android haben beim Bund etwa soviele Chancen wie der sprichwörtliche Schneeball in der Hölle.
Schlüsselprojekt in der Informatik
Von den Gesamtkosten von rund 89 Millionen Franken werden rund 19 Millionen in Form von bundesinternen Eigenleistungen erbracht. Dem Parlament legt der Bundesrat einen Verpflichtungskredit über gut 70 Millionen Franken vor.
Der Ständerat stimmte diesem oppositionslos mit 42 Stimmen zu. Als Nächstes ist die grosse Kammer an der Reihe. Genehmigt auch sie den Kredit, ist das Geschäft unter Dach und Fach.
Aufgrund der Grösse, des personellen Ressourcenbedarfs, der Komplexität und Risiken wird das Programm als IKT-Schlüsselprojekt geführt. Somit wird ein erweitertes Controlling durchgeführt, und das Vorhaben wird von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) geprüft. (hjm/sda)

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