Standortmarketing von Zürich will Tech-Branchen anlocken

29. August 2017, 15:43
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Zürich hat im Digitalisierungsgeschäft, was steile Hänge für den Bergbauern sind: Grosse Standortvorteile, die Budgets versprechen.

Zürich hat im Digitalisierungsgeschäft, was steile Hänge für den Bergbauern sind: Grosse Standortvorteile, die Budgets versprechen. Dies zumindest stellt die Standortförderung des Kantons Zürich, genannt "Greater Zurich Area" (GZA), in einer neuen Studie fest. Diese Benchmarking-Analyse wurde heute in Auszügen erstmals präsentiert und vergleicht, welche Standortfaktoren für den Wirtschaftsraum Zürich sprechen und welche für andere städtische Regionen.
Ganz zuerst ist von Forschung zu sprechen. Bei vielversprechenden Technologien wie Life Sciences, Robotik, Sensorik, Drohnen und Künstlicher Intelligenz spielt der Wirtschaftsraum Zürich in der "Champions League", sagen die Autoren.
Da ist der ETH-Präsident Lino Guzella einverstanden: "Einer der Trümpfe sind die klugen Köpfe, welche die ETH ausbildet."
Mit dieser GZA-Studie wird der Chor der Stimmen immer lauter, die sagen: Die Digitalisierung bietet grosse Chancen, vermutlich für die ganze Schweiz, sicher für den Wirtschaftsraum Zürich.
Nun ist das Standortmarketing Zürichs auch davon überzeugt, man müsse sich "auf innovative und wertschöpfungsstarke Unternehmen und Technologie-Branchen ausgerichtet werden". Dies schaffe den nötigen Mehrwert und letztlich auch Krisenresistenz, so GZA-Präsident Balz Hösly.
Life Sciences verspricht viel Potential
Also keine Bauern, keine Buchprüfer, keine Juristen, sondern Techies will man ins Mittelland rund um Zürich locken, insbesondere im Life-Sciences-Bereich: "Wir sehen die Life Sciences als eine der Technologien, für die alle Trends sprechen – die demographische Entwicklung, der zunehmende Wohlstand, die Nachfrage in den Schwellenländern", erklärt Kai Gramke, Studienleiter vom BAK Basel Economics.
Gleichzeitig gelte aber auch dass eine Region nicht in allen Zukunftstechnologien in der Weltspitze fungieren müsse. "Sie darf aber auch nirgendwo den Anschluss verlieren".
Im Grossen und Ganzen dürfe die Regulierung den digitalen Wandel nicht behindern und die Auswirkungen sowie Chancen der Digitalisierung seien der Bevölkerung noch besser zu vermitteln, so Carmen Walker Späh, Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich (FDP). Diese Philosophie muss dann laut den Autoren zusammen passen mit Faktoren wie Verlässlichkeit, Rechtssicherheit, Offenheit und Internationalität sowie einem ganz allgemein unternehmensfreundlichen Umfeld.
Räume, nicht Städte oder Länder konkurrieren
Bei der Analyse wurden zehn weltweit führenden städtisch geprägte Wirtschaftsregionen, also keine Staaten oder Städte verglichen, wie es in einer Mitteilung der GZA heisst. Diese Eingrenzung sei relevant.
Unter den Mitgliedern der GZA sind unter anderem die Kantone Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Uri, Zug und Zürich, die Region Winterthur und die Stadt Zürich sowie Unternehmen.
Die GZA verbucht es für sich, im letzten Jahr 101 ausländische Unternehmen im Wirtschaftsraum Zürich angesiedelt zu haben, welche rund 430 Arbeitsplätze geschaffen hätten. (mag)

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