Startschuss für Big-Data-Forschungs­programm

21. Februar 2017, 10:01
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Mit einem Budget von 25 Millionen Franken will der SNF die Kompetenzen der Schweiz rund um Big Data fördern.

Die Big-Data Projekte des SNF-Forschungs­programmes drehen sich um die Entwicklung neuer Methoden der Datenanalyse, konkrete Anwendungen für Industrie und den öffentlichen Sektor sowie um ethische und juristische Fragen.
Um die Kompetenzen der Schweiz rund um Big Data zu erweitern, lanciert der Schweizerische Nationalfonds SNF dafür ein Forschungsprogramm (NFP75) mit einem Budget von 25 Millionen Franken. Aus 172 Anträgen wurden dafür 36 Projekte ausgewählt, die an 15 Schweizer Hochschulen durchgeführt werden. Sie befassen sich mit wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Fragen rund um die Sammlung und Nutzung grosser Datenmengen, so eine Mitteilung des SNF.
Dabei geht es um drei Themenfelder: die Entwicklung neuer Methoden der Datenanalyse, konkrete Anwendungen für Industrie und öffentlichen Sektor, sowie ethische und juristische Fragen, die im Zusammenhang mit Big Data entstehen. Die ersten Ergebnisse sollen 2019 veröffentlicht werden, 2022 wird ein Synthesebericht folgen, schreibt der SNF.
Rechtliche Fragen und konkrete Anwendungen
Bei einem der Projekte im Themenfeld der gesellschaftlichen Fragen geht es beispielsweise darum, die Chancen und Risiken von Datenanalysen im Personalmanagement von Schweizer Unternehmen zu klären. Zwar erlaube dies Unternehmen, die Leistung ihrer Mitarbeitenden besser zu kontrollieren, andererseits könne übermässige Kontrolle zu einem Vertrauensverlust führen, heisst es im Beschrieb des Projekts unter Leitung von Antoinette Weibel von der Universität St. Gallen.
Im Themenfeld zur Entwicklung neuer Methoden ist maschinelles Lernen das grosse Schlagwort: Grosse Datenmengen erlauben, Algorithmen darauf zu trainieren, komplexe Fragestellungen zu lösen. Zum Beispiel um einem autonom fahrenden Auto alle möglichen Situationen des Strassenverkehrs beizubringen und adäquat reagieren zu lassen. Im NFP75 finden sich auch Projekte, um maschinelles Lernen für die Gestaltung personalisierter Online-Kurse weiter zu entwickeln. Oder um maschinelles Sprachverstehen für die Suchmaschinen der Zukunft zu verbessern, die dialogfähig sein sollen.
Im Themenfeld der Anwendungen geht es unter anderem um die Nutzung von Big Data, um Verkehrssysteme zu verbessern, um das Potenzial von Siedlungen und Städten für erneuerbare Energien zu berechnen oder als Unterstützung in der Intensiv- und Notfallmedizin.
"Entscheidend ist, dass die Politik und Justiz in der Lage sind, Gesetze und Verordnungen schnell anzupassen, damit wir Big Data effektiv und ohne negative Folgen nutzen können", lässt sich Christian S. Jensen, Präsident der Leitungsgruppe des NFP75, in der Mitteilung zitieren. Mit ihrer beeindruckenden Infrastruktur und dem hohen Bildungsniveau ihrer Bürger sei die Schweiz für die Big-Data-Forschung sehr gut aufgestellt. (sda/kjo)

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