Startups können bald Bürgschaften beim Bund beantragen

4. Mai 2020, 14:46
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Falls eine Jungfirma unter Corona leidet, kann sie bis zu einer Million Franken beantragen.

Das Bürgschaftsprogramm des Bundes für Startups ist startklar. Anträge können ab dem 7. Mai und bis zum 31. August eingereicht werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilt. Bund und Kanton beziehungsweise Dritte verbürgen damit gemeinsam zu 100% einen Betrag von bis zu einer Million Franken pro Startup-Unternehmen.
Die Bürgschaft wird zu 65% vom Bund und zu 35% vom Kanton oder von  durch den Kanton vermittelte Dritte getragen. Der insgesamt verbürgte Betrag darf dabei höchstens einem Drittel der laufenden Kosten von 2019 des Startups entsprechen, heisst es beim Seco weiter. In begründeten Fällen könne der Kanton in seiner Beurteilung davon abweichen.
Das Gesamtvolumen der Bürgschaften liegt bei 154 Millionen Franken, wie Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch vor den Medien ausführte.
Der Bundesrat hatte am 22. April entschieden, als "aussichtsreich" und "innovativ" beurteilte Startups bei Corona-bedingten Liquiditätsengpässen über Bürgschaften zu unterstützen. Die vom Bund anerkannten Bürgschaftsorganisationen sollen Startups einen leichteren Zugang zu Bankkrediten verschaffen.
Wie genau "aussichtsreich" definiert ist und wie dies mit "innovativ" zusammenhängt, bleibt bis anhin unklar.

Wer teilnehmen kann und wie

Die zuständigen kantonalen Stellen können zur Beurteilung auf ein von der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse) zusammengestelltes Beratungsgremium zurückgreifen, heisst es beim Bund.
Die vom jeweiligen Kanton autorisierte Stelle leitet anschliessend die Beurteilung des Bürgschaftsantrags an die zuständige Bürgschaftsorganisation weiter. Diese entscheidet dann abschliessend über die Bürgschaft. Dabei soll die Beurteilung durch die kantonale Stelle berücksichtigt werden. In der Folge und auf dieser Grundlage könne das Unternehmen bei einer beliebigen Bank einen verbürgten Kredit beantragen.
Berechtigt sind Startups mit Sitz in einem teilnehmenden Kanton, die nach dem 1.1.2010 aber vor dem 1.3.2020 gegründet wurden, Aktiengesellschaften (AG) und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) mit Sitz in der Schweiz. Ausserdem Startups, die nicht dem Landwirtschaftsbereich zugeordnet sind, die sich nicht in einem Konkurs- oder Nachlassverfahren oder in Liquidation befinden sowie Jungfirmen, die aufgrund der Covid-19-Pandemie wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt sind und unter Liquiditätsengpässen leiden.
Die Liquiditätshilfe biete keinen Ersatz für Finanzierungsrunden, heisst es beim Seco ergänzend.

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