Steigende Temperaturen im Software-Business

14. Januar 2015, 08:07
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2014 wurden mehr Software-Firmen in den USA zu höheren Preisen verkauft.

2014 wurden mehr Software-Firmen in den USA zu höheren Preisen verkauft.
Software lässt Aktionäre träumen. Denn anders als in klassischen Branchen lässt sich der Gewinn in der Software-Industrie fast beliebig steigern. Grund: Ist eine Standard-Software einmal entwickelt, kann man fast ohne Zusatzkosten zusätzliche Exemplare produzieren. So ist jeder Dollar von zusätzlich verkauften Office-Abos nicht nur Mehr-Umsatz für Microsoft, sondern auch Gewinn. Marktführer wie zum Beispiel Oracle oder SAP erzielen so Gewinnmargen, die in klassischen Branchen wie der Autoindustrie nicht vorstellbar sind. Denn dort verursacht jedes zusätzlich verkaufte Auto auch mehr Kosten für Arbeit und Rohstoffe.
Entsprechend hohe Preise werden für Software-Firmen bezahlt und entsprechend "heiss" ist das Software-Business. So wurden letztes Jahr alleine in den USA Software-Firmen für total 120 Milliarden Dollar gekauft. Dies zeigt ein Blick in den jährlich veröffentlichten Bericht zum Software-Business der Investment-Bank BerkeryNoyes. 2012 wurden noch 1565 Software-Firmen für total 68 Milliarden Dollar verkauft, 2013 waren es 1621, die für 88 Milliarden über den Tisch gingen. Und letztes Jahr kosteten Software-Firmen total 120 Milliarden (siehe Grafik).
Wie die Investment-Bank analysiert, wurden nicht nur mehr Software-Firmen verkauft, sondern die Käufer haben auch mehr bezahlt. So wurde 2014 im Schnitt das 2,6-Fache des Umsatzes bezahlt, 2012 war es noch das 2,1-Fache gewesen. Wieviel Gewinn man den übernommenen Firmen zutraut, zeigt auch folgende Zahl: 2014 war das 12-Fache des EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen, Wertberichtigung und Abschreibungen) bezahlt worden. Auch diese Zahl lag 2012 mit dem Faktor 11,3 tiefer.
Facebook, Business-Software, Infrastruktur
Am meisten Geld bezahlte Facebook für die Übernahme des beliebten Messaging-Dienstes WhatsApp. Das lässt sich nachvollziehen, denn mit WhatsApp hat das soziale Netzwerk einen möglichen Konkurrenten geschluckt.
Der zweitgrösste Deal letztes Jahr war der Kauf von Concur durch SAP. Dass die Deutschen die Riesensumme von 8,3 Milliarden Dollar bezahlten, lag nicht daran, dass man einen potenziellen Konkurrenten an sich binden wollte. Sondern SAP ist offenbar bereit, für den schnellen Einstieg ins Cloud-Geschäft sehr viel Geld zu bezahlen. Concur hat eine Cloud-Lösung für das Reise- und Spesenmanagement.
Nach SAP kommt – wie könnte es anders sein – Oracle. Oracle kaufte für über vier Milliarden Dollar den Hersteller von Kassen- und ERP-Lösungen für Hotels und Retailer Micros.
Erst auf Platz fünf folgt die erste Übernahme eines Software-Hauses durch eine Beteiligungsgesellschaft. Vista Equity schnappte sich den Middleware-Hersteller Tibco. Dieser hat eine breite Kundschaft, die Wartungsgebühren bezahlt. Auf Platz sechs und sieben folgen dann wieder zwei Software-Player. Der indische Beratungs- und Software-Riese Cognizant übernahm sich den Health-Care-Spezialisten TriZetto und Microsoft nahm den schwedischen Spielehersteller Mojang für 2,5 Milliarden an die Brust. (hc)

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