Steigt Microsoft bei Dell ein?

23. Januar 2013, 13:13
image

Der IT-Samariter Microsoft soll bis zu drei Milliarden Dollar investieren.

Der IT-Samariter Microsoft soll bis zu drei Milliarden Dollar investieren.
Die Gerüchteküche brodelt weiter: Wie der US-Fernsehsender CNBC berichtete, verhandle das Softwareunternehmen Microsoft mit den Investoren, die Dell den Rückzug von der Börse ermöglichen wollen. Mit einer Summe zwischen 1 bis drei Milliarden Dollar will sich das Unternehmen an dem Buyout beteiligen. Laut dem Bericht führen die Redmonder Gespräche mit der Investmentfirma Silver Lake und CEO Michael Dell. Die Investition soll eine Mezzanine-Finanzierung sein, die dem investierenden Unternehmen keine Stimm- oder Einflussnahmerecht gewährt.
Die Gerüchte, dass Dell ein "Leveraged-Buy-Out" anstrebt, halten sich konstant. Von offizieller Seite bleibt eine Bestätigung zwar weiterhin aus, aber zumindest Silver Lake sei daran intressiert, den Deal durchzuziehen, hiess es in früheren Berichten.
Die Investmentfirma müsste etwa über 20 Milliarden Dollar zusammenbringen. Dabei soll sie rund fünf bis sieben Milliarden Dollar aus eigenen Mitteln beisteuern, Michael Dell würde sicherlich sein Aktienpaket im Wert von etwa 3,7 Milliarden Dollar einbringen und möglicherweise würden auch andere Grossaktionäre mitziehen. Der Rest müsste von Dritten als Überbrückungskredit beigesteuert werden - das wäre dann eben der "leveraged"-Aspekt des Buy-Outs.
Alle können profitieren
Der Rückzug von der Börse und die Rückumwandlung in ein Privatunternehmen könnten dem PC-Hersteller Dell helfen, Neuausrichtungen durchzuführen, ohne dem Druck der Aktionäre ausgesetzt zu sein. Dell kämpft, so wie alle PC-Hersteller, seit längerem mit dem sinkenden globalen PC-Markt.
Für Microsoft wäre die Investition eine Möglichkeit, näher an einen der grössten Hardware-Hersteller zu rücken. Zuletzt pirschte sich das Unternehmen immer mehr an diesen Bereich heran, etwa mit dem Surface, und es wird auch seit längerem spekuliert, dass die Redmonder ein eigenenes Smartphone auf den Markt bringen wollen.
Ein Déjà-Vu
Microsoft gilt nicht umsonst als Samariter der IT-Szene. Die Redmonder haben beispielsweise 1997 Apple, dem heute so erfolgreiche iPhone-Hersteller, mit 150 Millionen US-Dollar unter die Arme gegriffen. Allerdings stand Apple damals kurz vor dem aus, Dell jedoch steht finanziell nicht schlecht da, wirkt aber strategisch äusserst orientierungslos. (lvb)

Loading

Mehr zum Thema

image

USA gegen Russland: Wahl um ITU-Präsidium ist entschieden

Die International Telecommunications Union (ITU) der UNO wird neu von einer Amerikanerin geleitet. Doreen Bogdan-Martin setzte sich gegen einen Russen durch.

publiziert am 29.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022
image

Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

publiziert am 29.9.2022
image

Googles Suchfunktion erhält neue Features

Die visuelle Suche wurde verbessert und es gibt neu einen Suchoperator, mit dem sich Ergebnisse aus der unmittelbaren Umgebung anzeigen lassen.

publiziert am 29.9.2022