Stell dir vor, da gibt’s die tiefsten Steuern und keiner geht hin

27. April 2016, 15:31
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Im Jahr 2009 hat der Kanton Luzern die Unternehmenssteuern drastisch gesenkt und sich die tiefsten Steuersätze der Schweiz verpasst.

Im Jahr 2009 hat der Kanton Luzern die Unternehmenssteuern drastisch gesenkt und sich die tiefsten Steuersätze der Schweiz verpasst. Sechs Jahre später zieht Tages-Anzeiger-Journalist Michael Soukup in einem Kommentar Bilanz. Und sie sieht nicht gut aus, um nicht zu sagen, katastrophal.
So sei allein die Stadt Luzern inzwischen so arm, dass sie sich nicht einmal mehr den Unterhalt der öffentlichen Sitzbänke leisten kann. Firmen machen selbst lokal einen Bogen um das Steuerparadies. So sei das Marktforschungsinstitut GFK Switzerland aus Nidwalden lieber nach Rotkreuz (ZG) gezogen: Näher an Zürich und Zug, näher am begehrten Fachpersonal. Und EF Education, ein Sprachschul-Anbieter aus Luzern, baut lieber in Zürich aus, für tausend Mitarbeiter.
Die SBB, die um den Bahnhof Luzern gerne eine Art Europa Allee bauen wollten, mussten die Pläne bereits mehrfach verschieben, der Grund: Die Bahn wird die geplanten Büroflächen nicht los.
Mit Mobility hat ein bekanntes Luzerner Unternehmen den Kanton gar verlassen. Rotkreuz punktet auch mit dem Informatik-Campus der Hochschule Luzern.
Gerade mal 35 juristische Personen mit einem Steueraufkommen von 1,2 Millionen Franken sind seit dem Steuerkahlschlag nach Luzern gezogen. Dem stehen jährliche Ausfälle von 12 Millionen Franken gegenüber, rechnet Soukup vor. Die Ironie der Geschichte: Gegen die Informatik-Bildungsstätten der Konkurrenz kommt Luzern nicht an. Es fehlt das Geld. (mik)
Den kompletten Kommentar von Michael Soukup lesen sie hier.

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