Steria kauft Entwicklungs-Ressourcen in Indien

21. September 2007, 12:49
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Übernahme des britischen IT-Dienstleisters und BPO-Spezialisten Xansa soll Steria in den Top-10 der europäischen Service-Companies gefestigt werden.

Übernahme des britischen IT-Dienstleisters und BPO-Spezialisten Xansa soll Steria in den Top-10 der europäischen Service-Companies gefestigt werden.
Der paneuropäische IT-Dienstleister Steria plant eine grosse Übernahme. Für 680 Millionen Euro in bar will Steria die britische Xansa übernehmen. Zusammen kämen die beiden Dienstleister auf einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro pro Jahr und einen Marktanteil in Europa von 1,4 Prozent. In den Zielmärkten von Steria (öffentliche Verwaltungen, Finanzindustrie, Utilities) wäre der Marktanteil von Steria aber höher.
Doch nicht nur die abstrakte Grösse in einem sich konsolidierenden Umfeld (siehe SBS, T-Systems, ...) lockt Steria. Xensa besitzt nämlich grosse Entwicklungskapazitäten an drei Standorten in Indien mit über 5000 Mitarbeitenden und hat nach eigenen Angaben ein gut funktionierendes Modell für die Offshore-Entwicklung aufgebaut. Ein weiteres Argument ist, dass sich Xensa in Grossbritannien offenbar bereits als "BPO"-Anbieter (BPO = Business Process Outsourcing) etabliert hat. BPO-Anbieter übernehmen nicht nur IT-Infrastrukturen, -Applikationen und -Mitarbeitende, sondern erledigen komplette Geschäftsprozesse, zum Beispiel alle HR-Abwicklungen.
Mitarbeiter-Beteiligung als Mittel gegen Berater-Dürre
Beim Studium der Präsentationen anlässlich des Übernahmeangebots von Steria an Xensa fällt das grosse Gewicht auf, das Steria seiner Attraktivität als Arbeitgeber zumisst. Zur Zeit sind 35 Prozent der Steria-Angestellten auch Aktionäre. Dieser Anteil soll auf über die Hälfte aller Angestellten steigen. Und zu den mittelfristigen Zielen zählt Steria einen "einmaligen Brand als Arbeitgeber".
Der Preis, den Steria für Xansa zu zahlen bereit ist, ist allerdings mit dem fast 30-fachen des Jahresgewinns von Xansa recht hoch. Der Übernahme scheint nun nichts mehr im Wege im Wege zu stehen, denn gestern ist das Angebot von Steria von der Generalversammlung von Xensa angenommen worden.
Steria will damit nächstes Jahr bereits einen Umsatz von zwei Milliarden Euro erreichen. (Christoph Hugenschmidt)

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