Steve Jobs an der Spitze von Walt Disney?

25. Januar 2006, 13:56
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Walt Disney kauft Pixar Studios und macht so Apple-Boss Steve Jobs zum grössten Aktionär. Übernimmt "Hollywood Steve" bei Disney das Ruder?

Walt Disney kauft Pixar Studios und macht so Apple-Boss Steve Jobs zum grössten Aktionär. Übernimmt "Hollywood Steve" bei Disney das Ruder?
Der Walt-Disney-Konzern und das Animationsfilm-Studio Pixar Animation Studios ("Toy Story", "Finding Nemo") haben gestern in Los Angeles ein Übernahmeabkommen angekündigt und damit bestätigt, was US-amerikanische Medien schon lange wussten. Gemäss der Mitteilung wird Disney Pixar für 7,4 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die Übernahme erfolgt über einen Aktientausch (2,3 Disney-Aktien für eine Pixar-Aktie), der im Sommer abgeschlossen werden soll.
Dadurch wird Apple-Boss Steve Jobs als grösster Aktionär von Pixar (50,6 Prozent) Grossaktionär von Disney. Jobs, der CEO von Pixar und Apple ist, war 1986 einer der Mitbegründer von Pixar. Beim Disney-Konzern sitzt er fortan im Verwaltungsrat als "non-independent member", sofern die Pixar-Aktionäre und die Aufsichtsbehörden der Übernahme zustimmen. Davon darf man aber ausgehen.
Jobs als Disney-Boss?
Steve Jobs als grösster Aktionär würde sich wohl momentan jedes Unternehmen wünschen. Apple, das Unternehmen, das er 1976 mitbegründet hatte und zwischen 1985 und 1996 verlassen musste, gilt als erfolgreich und innovativ. Nicht zuletzt dank den sehr erfolgreichen iPods. Gerade weil er schon einmal verscheucht wurde, rechnen Analysten nicht damit, dass Jobs sich nun von Apple abwenden wird. 'USA Today' schreibt, Jobs werde wahrscheinlich nur einen Tag in der Woche Pixar bzw. Disney widmen.
'CNET News.com' konstatiert aber, dass Jobs in der Computer-Industrie wie auch in der Unterhaltungsindustrie ein gewiefter Mann ist. "Hollywood Steve" werde bei Disney das Ruder übernehmen, sobald die Aktiengewinne nicht mehr steigen werden wie bisher. "Wird Jobs - wenn Disney schwankt - der Versuchung widerstehen, sich einzumischen?", fragt sich 'CNET'. Ebenfalls wird angenommen, dass Jobs nächstes Jahr George Mitchell als Verwaltungsratspräsident ablösen könnte. Mitchell hat schon früher gesagt, dass er 2007 als VR-Präsident zurücktreten werde.
Im Moment widerspricht Steve Jobs natürlich all diesen Spekulationen. Gegenüber Nachrichtenagenturen sagte er gestern, er sei nicht daran interessiert, Verwaltungsratsvorsitzender von Walt Disney zu werden. "Ich denke, es gibt auf der Welt bessere Leute, die diese Aufgabe übernehmen könnten", sagte er gegenüber 'Reuters'. Er wolle sich nur darauf konzentrieren, mit dem CEO von Walt Disney, Bob Iger, zusammen zu arbeiten, um Disney voranzutreiben. Die Tatsache, dass das Verhältnis zwischen den beiden gespannt ist, dürfte die Spekulationen weiter nähren. (mim)

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