Stiftung soll Schweizer Startups zu viel mehr Risikokapital verhelfen

17. Oktober 2016, 13:41
  • politik & wirtschaft
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Unter dem Namen Pro Zukunftsfonds Schweiz wurde soeben eine Stiftung gegründet, welche Startups zu mehr Risikokapital verhelfen will.

Unter dem Namen Pro Zukunftsfonds Schweiz wurde soeben eine Stiftung gegründet, welche Startups zu mehr Risikokapital verhelfen will. Dutzende von Millionen Franken soll ein Dachfonds namens Zukunftsfonds Schweiz von Pensionskassen, Versicherungen und vergleichbaren institutionellen Anlegern in Schweizer Startups investieren können.
Die Stiftung will die "Motion Graber" umsetzen: Diese hatte die Gründung eines Zukunftsfonds Schweiz im Sinn, der als Dachfonds für alle Pensionskassen die Direktinvestitionen in Venture Capital Gesellschaften der Schweiz vornimmt. Die Pensionskassen sollen dafür ein Prozent der ihr jährlich zufliessenden Neugelder aufwenden.
Hinter der Stiftung mit dem etwas pathetischen Namen stehen bekannte Persönlichkeiten: Präsident ist FDP-Nationalrat Fathi Derder und im Stiftungsrat sitzen Calvin Grieder, Verwaltungsratspräsident Bühler Gruppe oder Peter Gomez, Professor emeritus der Universität St. Gallen. Zur starken "Basler Fraktion" zählen unter anderem Andrea Schenker-Wicki, Rektorin Universität Basel, SP-Nationalrat Beat Jans und Domenico Scala, Präsident Wirtschaftsförderung Basel Area. Initiant ist der ehemalige Roche-Finanzchef Henri B. Meier.
Die Motion von Ständerat Konrad Graber wurde von den Räten 2014 verabschiedet und an den Bundesrat überwiesen. Eine Arbeitsgruppe hatte vom Bundesrat im September 2014 den Auftrag bekommen, dieses Projekt vorzubereiten, den Zukunftsfonds Schweiz zu initiieren und die Vorbereitungsarbeiten zu machen.
Pensionskassen und Lebensversicherer verwalten ein Vermögen von 883 Milliarden Franken (2013), mit dem sie zum grossen Teil Schulden - wie Staatsobligationen - finanzieren.
Die Vorschriften des Bundes erlauben den Pensionskassen allerdings schon heute Investitionen in alternative Anlagen im Umfang von bis zu 15 Prozent des Gesamtvermögens. Sie nutzen diese Möglichkeit aber nicht. Sie haben es bislang auch nicht geschafft, gemeinsam einen eigenen VC-Fonds zu gründen. Ob es ökonomisch überhaupt sinnvoll ist, sich auf die Schweiz zu fokussieren, ist umstritten.
Nebenbei sei so eine Studie, das Wehklagen über mangelnden Investitionswillen in Tech-Startups falsch. (mag)

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