Strafverfahren gegen Ex-CIO des Kantons Luzern

27. Juni 2013, 09:17
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Bei dem ehemaligen Luzerner Kantonsangestellten, der sich wegen verdächtiger IT-Beschaffungen im Visier der Justiz befindet, soll es sich um den ehemaligen Chef der Informatik-Dienststelle handeln.

Bei dem ehemaligen Luzerner Kantonsangestellten, der sich wegen verdächtiger IT-Beschaffungen im Visier der Justiz befindet, soll es sich um den ehemaligen Chef der Informatik-Dienststelle handeln.
Gestern ist bekannt geworden, dass es in der Informatikabteilung des Kantons Luzern zwischen 2009 und 2011 Unregelmässigkeiten bei der Beschaffung von IT-Dienstleistungen gab. Laut der parlamentarischen Aufsicht wurde mehrfach das Beschaffungs- und Kreditrecht verletzt. Gegen einen ehemaligen Kantonsangestellten läuft ein Strafverfahren. Nach einem internen und zwei externen Gutachten hatte die Regierung am 22. März Strafanzeige wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsführung eingereicht.
Bei diesem Ex-Angestellten soll es sich um den ehemaligen Chef der Dienststelle Informatik handeln, berichtet heute die 'Neue Luzerner Zeitung' unter Berufung auf "sichere Quellen", ohne jedoch seinen Namen zu nennen. Er arbeitet seit November 2011 nicht mehr für den Kanton. Am 6. Mai 2013 wurde er festgenommen und sass einen Monat in Untersuchungshaft. Für ihn gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Zwischen 2009 und 2011 hat die Dienststelle mit Dritten einen Umsatz von rund 60 Millionen Franken gemacht. Wie Regierungspräsident Guido Graf gegenüber der 'NLZ' sagte, wurden die Beschaffungen bei zehn Anbietern nicht korrekt abgewickelt. Diese haben Leistungen im Wert von 7 Millionen Franken erbracht, doch handelt es sich dabei nicht um die Schadenssumme. Laut dem Bericht dürfte die Strafuntersuchung nicht vor Ende Jahr abgeschlossen sein. Erst dann wird sich zeigen, wie gross der Schaden tatsächlich ist. (mim)

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