Strategische Technologien: Die Gartner-Top-10 2009

20. Oktober 2008, 10:17
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Die zehn wichtigsten Technologien, mit denen sich IT-Strategen nächstes Jahr gemäss Marktforscher Gartner befassen müssen.

Die zehn wichtigsten Technologien, mit denen sich IT-Strategen nächstes Jahr gemäss Marktforscher Gartner befassen müssen.
Alle Jahre wieder im Spätherbst publiziert das Marktforschungsinstitut Gartner seine aktuelle Liste der "Top Ten Strategic Technologies". Faktoren für die Einstufung einer IT-Technologie als "strategisch wichtig" sind für Gartner unter anderem ihr Veränderungspotential für IT-Infratsrukturen und Geschäftsmodelle, ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg, die Kosten einer Implementation sowie mögliche negative Folgen, falls ein Unternehmen sie zu spät einsetzt.
Die Liste ändert sich natürlich nicht jedes Jahr komplett. In den aktuellen Top Ten findet man einige Bekannte des letzten Jahres. Dies sind "Virtualisierung", "Web-orientierte Architekturen", "Mash-Ups für Unternehmen", "Social Software und Social Networking", "Unified Communications" und umweltfreundliche beziehungsweise stromsparende "Green IT".
Nach vorübergehender Abwesenheit ist zudem auch "Business Intelligence" weder in den Top 10 vertreten. CIOs nehmen BI bei Umfragen hartnäckig in persönlichen Prioritätenlisten auf, und Gartner argumentiert, dass BI das Potential habe, ganz direkt den Unternehmenserfolg zu verbessern, weil das Management besser fundierte Entscheidungen treffen kann.
Veränderte Beschaffung
Interessant ist, dass die drei weiteren Technologien, die Gartner in die Top 10 aufgenommen hat, alle damit zu tun haben, wie Unternehmen "IT-Leistung" in Zukunft einkaufen. Dazu gehört einerseits Cloud Computing. Cloud Computing bedeutet, dass Software "als Service" (SaaS) aber auch reine Computing-Leistung oder Speicherplatz über das Internet aus den Rechenzentren grosser Anbieter bezogen werden. Der Vorteil des Konzepts, so Gartner, liegt nicht so sehr bei den Kosten, sondern vor allem bei seiner Flexibilität und Skalierbarkeit. Cloud Computing könne Einstiegshürden für gewisse Anwendungen reduzieren und auch sehr nützlich sein, wenn Firmen schnell wachsen.
Auch wenn Unternehmen eigene IT-Hardware kaufen, gibt es gemäss Gartner Veränderungen. Unter dem Stichwort "Beyond Blades" nennt Gartner allerdings weniger eine bestimmte Technologie, sondern einen Trend. Durch verschiedene technologische Neuerungen verlieren einzelne Hardware-Systeme immer mehr ihre "Individualität". Dies ermöglicht es Unternehmen, statt einzelner Server und Speicherarrays eher den Gesamtvorrat an grundlegenden Ressourcen - vor allem CPU-Leistung, Memory und Speicherplatz - zu verfolgen und nur die Ressource aufzustocken, an der gerade Mangel herrscht. Dies bedeutet eine grosse Vereinfachung bei der Hardwarebeschaffung.
Gleichzeitig gibt es einen Trend, Server stärker für bestimmte Aufgaben auszulegen, statt wie bisher Allzweckgeräte einzusetzen. "Specialized systems" ähneln in gewissem Sinne Appliances, deren Hardware auf eine ganz bestimmte Aufgabe zugeschnitten ist. Im Gegensatz zu einer Appliance ist ein "Specialized System" aber für ein bestimmtes Aufgabengebiet prädestiniert, der Kunde installiert darauf aber weiterhin die Software seiner Wahl.
Seit dem letzten Jahr aus den Gartner-Top 10 gefallen (aber zweifellos immer noch aktuell) sind übrigens die Technologien "Computing Fabric" (sehr ähnlich wie "Beyond Blades" aber spezifisch auf High-Performance-Computing bezogen), "Business Process Modelling", "Metadaten-Management" und das "Real World Web". (Hans Jörg Maron)

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