Studie: CIOs verharren in der Komfortzone

7. November 2012, 10:00
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Liegts an den Genen? CIOs verkaufen sich unter Wert, findet Ernst & Young, und geben sich damit zufrieden, im Geschäft nicht gross mitzureden.

Liegts an den Genen? CIOs verkaufen sich unter Wert, findet Ernst & Young, und geben sich damit zufrieden, im Geschäft nicht gross mitzureden.
In den letzten Jahren wurde viel vom strategischen Beitrag der IT zum Unternehmenserfolg geredet, und der daraus folgenden Notwendigkeit, auch die IT-Führung auf der Geschäftsleitungsebene anzusiedeln. Laut einer weltweiten Studie von Ernst & Young unter dem Titel "The DNA of the CIO" sind aber gegenwärtig weiterhin nur 17 Prozent der CIOs Mitglied des höchsten Führungsgremiums des jeweiligen Unternehmens. Zudem sollen insgesamt nur 43 Prozent an wichtigen unternehmerischen Entscheiden beteiligt sein.
Der typische CIO
Diese Situation sei offenbar seit Jahren etwa gleich geblieben, so Ernst & Young. Knapp die Hälfte der befragten Topmanager habe in den letzten Jahren keine Veränderung bei der Positionierung der IT-Verantwortlichen wahrgenommen.
Für die Studie wurden weltweit 300 leitende IT-Professionals befragt. Laut der Studie ist der "durchschnittliche CIO" ein 43 Jahre alter Mann, der während seiner ganzen Karriere im IT-Bereich gearbeitet hat und seit fünf Jahren die Führungsstelle besetzt. Knapp die Hälfte der CIOs hat einen Abschluss im IT-Bereich gemacht, nur etwa 10 Prozent einen Abschluss im Management-Bereich (MBA).
Selbstzufriedenheit?
Laut Ernst & Young liegt die tendenziell untergeordnete Stellung der IT-Verantwortlichen im Unternehmen einerseits an der mangelnden Unterstützung durch das Topmanagement. Gleichzeitig seien aber auch die CIOs selbst stark mitverantwortlich. Fast zwei Drittel den Befragten sind nämlich durchaus zufrieden mit ihrer Rolle im Unternehmen.
Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob diese Zufriedenheit nicht ein Zeichen dafür ist, dass die aktuelle Positionierung der IT in der Unternehmenshierarchie gar nicht so falsch ist. Ernst & Young glaubt dies allerdings nicht und fordert CIOs dazu auf, mehr Ehrgeiz an den Tag zu legen: "Der CIO der Zukunft muss sich aus der Komfortzone eines auf Kostenminimierung ausgerichteten IT-Dienstleisters herauswagen, Beziehungen aufbauen, aktiver werden und sich mit Blick auf künftige Unternehmensentwicklungen besser positionieren", sagt Olaf Riedel von Ernst & Young. "Denn CEOs brauchen Kollegen auf Augenhöhe, die technologische Expertise mit profunden Business-Skills verbinden. Wenn sich die CIOs nicht entscheidend weiterentwickeln, besteht die Gefahr, dass sie in der Unternehmenshierarchie weiter absteigen oder gar aufs Karriere-Abstellgleis verbannt werden."
Anzumerken ist allerdings, dass es auch Studien gibt, die die Barrieren für den weiteren Aufstieg der CIOs viel weniger bei ihrem eigenen Ehrgeiz, und viel stärker bei den äusseren Uständen ansiedeln. (Hans Jörg Maron)

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