Studie: Deutsche verloren im Datendschungel

28. August 2019, 10:59
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Gemäss der Postbank Digitalstudie 2019 halten die Deutschen den Schutz ihrer Daten im Netz zwar für wichtig, verlieren aber im Alltag häufig den Überblick.

Gemäss der Postbank Digitalstudie 2019 halten die Deutschen den Schutz ihrer Daten im Netz zwar für wichtig, verlieren aber im Alltag häufig den Überblick.
Die Skepsis gegenüber Apps und Online-Anwendungen ist nach wie vor gross: 80 Prozent der 3126 für die Studie Befragten geben für eine App oder Online-Anwendung nur solche Daten frei, die für die Nutzung zwingend erforderlich sind. Weitere elf Prozent der Befragten nutzen Apps erst gar nicht, wenn sie eine Freigabe der persönlichen Daten erfordern. Weniger kritisch sind hier die Digital Natives zwischen 18 und 39 Jahren: Jeder Fünfte gibt alle Daten frei, die angefragt werden.
Schwierigkeiten bereitet aber vor allem die Anzahl und Vielfalt der verwendeten Programme: hier verliert mehr als ein Drittel der Befragten den Überblick und weiss nicht, bei welchem Anbieter er welche Daten freigegeben hat. Bei den jüngeren Deutschen ist es sogar jeder Zweite.
Datenschutzbestimmungen werden gelesen
Dennoch scheint es den Deutschen nicht egal zu sein, was mit ihren Daten geschieht. Jeder Dritte liest Datenschutzbestimmungen zumindest grob, bevor er ihnen per Mausklick zustimmt. Nur 16 Prozent interessiert sich gar nicht dafür und stimmt sofort zu.
Wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht, haben die Deutschen das grösste Vertrauen in Ärzte und Kliniken: Acht von zehn verlassen sich darauf, dass diese dort sicher sind und nicht missbraucht werden. Am Ende der Rangliste landen unabhängige Finanzberater, Suchmaschinen und soziale Netzwerke.
Ähnlich sieht es auch in der Schweiz aus: gemäss der Datenvertrauensstudie 2019 von Comparis haben die Bedenken der Schweizerinnen und Schweizer, persönliche Daten ins Internet zu stellen, im Vergleich zu 2018 zugenommen. Am stärksten bedroht fühlen sich die 1028 befragten Nutzer von Internetunternehmen wie Google und Facebook.
Glaube an sicheren Datenschutz in der Schweiz
Demgegenüber glauben mehr Schweizerinnen und Schweizer als noch 2018, dass der Datenschutz in der Schweiz gut geregelt sei. Über 65 Prozent finden die geltenden Regelungen gut bis sehr gut. Digital-Experte Jean-Claude Frick sagt in der Studie dazu: "Die Einführung der europäischen Datenschutzgrundverordnung DSGVO hat das Thema Datenschutz bekannter gemacht. Die vorgeschriebenen Anpassungen wurden von Webseiten-Betreibern zum Teil auch in der Schweiz bereits umgesetzt und erhöhten das Vertrauen der Nutzer." (nif)

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