Studie: Gute Bedingungen für Fintech in der Schweiz

1. März 2017, 16:27
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Die Schweiz, beziehungsweise zumindest Zürich und Genf, bieten laut einer Studie ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die Fintech-Branche.

Die Schweiz, beziehungsweise zumindest Zürich und Genf, bieten laut einer Studie ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die Fintech-Branche. Von weltweit 27 untersuchten Städten liegen Zürich und Genf auf Platz 2 und 3, nur geschlagen von Singapur. Weitere Schweizer Städte erscheinen in der Rangliste nicht.
Zu diesem Schluss kommt das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Die beiden Schweizer Städte hätten gegenüber Singapur vor allem in der ökonomischen und technologischen Dimension noch Aufholbedarf.
Das Ranking basiert auf 68 Indikatoren, welche die Rahmenbedingungen bezüglich des politischen und rechtlichen, ökonomischen, sozialen sowie technologischen Umfelds zeigen. So wurden beispielsweise die politische Stabilität, die Effizienz der Behörden, der Zugang zu Krediten und Risikokapital, die Anzahl Studienabgänger in den Bereichen Wissenschaft und Technik sowie der Zugang und der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie berücksichtigt.
Schnell wachsende Branche
Die Finanztechnologiebranche ist in der Schweiz weiter auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr waren den Angaben zufolge landesweit 190 Firmen tätig. Im Vergleich zu 2015 entspricht das einem Zuwachs von 17 Prozent. 2010 waren es gerade einmal 24 Fintech-Unternehmen gewesen.
In Bezug auf die Anzahl ansässiger Unternehmen konnte Zürich mit 84 Fintech-Firmen (+12) die Spitzenposition ausbauen, gefolgt von Zug mit 29 (+8) und Genf mit 19 (+6).
Trotz der steigenden Zahl von Fintech-Unternehmen konnte dieses Wachstum noch nicht vollumfänglich in neue Arbeitsplätze oder höhere Unternehmensbewertungen umgesetzt werden, wie die Studienautoren meinen. Die Fintech-Branche in der Schweiz habe also noch viel Wachstumspotenzial.
Weltweiter Markt müsste erobert werden
Der Schweizer Markt alleine sei zu klein für die meisten Fintech-Geschäftsmodelle. Deshalb habe sich die globale Ausrichtung und Spezialisierung der Schweizer Fintech-Unternehmen weiter verstärkt.
Rund 60 Prozent der Firmen verfolgen ein internationales Business-to-Business-Geschäftsmodell. Das heisst, sie sind oft spezialisierte globale Zulieferer von etablierten Finanzdienstleistungsunternehmen.
Meistens keine Konkurrenz für Banken
Weiter kam die Studie zu dem Schluss, dass die Fintechunternehmen für die Banken eher keine Konkurrenz darstellen. Firmen kooperierten in den meisten Fällen mit den Banken oder seien deren Zulieferer.
Zudem hätten sich die Ertragsmodelle der FinTech Betriebe im vergangenen Jahr in Richtung Lizenzgebühren und SaaS (Software-as-a-Service), wie üblich für technologiegetriebene Geschäftsmodelle, verschoben.
Die typischen Ertragsmodelle der etablierten Finanzunternehmen haben laut Studie für die Fintech-Unternehmen einen geringen Stellenwert (Zins- und Handelsgeschäfte) oder verlieren an Bedeutung (Kommissionsgeschäfte). "Die Firmen unterstützen also die Banken in ihren Digitalisierungsbemühungen als innovative Speerspitze, statt diese direkt zu konkurrenzieren", findet Studienleiter Thomas Ankenbrand in der Mitteilung zitiert. (sda/hjm)

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