Studie: Ist die IT Kostenstelle oder Businessmotor?

9. Oktober 2008, 12:51
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IT-Abteilungen sind zuwenig in Geschäftsabläufe integriert

IT-Abteilungen sind zuwenig in Geschäftsabläufe integriert
Eine von Berlecon Research durchgeführte Untersuchung zeigt, dass an die IT eines Unternehmens vielschichtige Anforderungen der Geschäftsbereiche gestellt werden, die IT selbst aber nur einen begrenzten Einfluss als Mitentscheider hat.
Die repräsentative, unter 238 Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern durchgeführte Analyse ist eine Bestandsaufnahme zum Stellenwert und der Bewertung der IT in deutschen Unternehmen. Darin zeigt sich, dass immerhin 14% der Aussage, dass sich die IT ausschliesslich auf einen kostengünstigen und reibungslosen IT-Betrieb fokussieren soll, vollkommen zustimmen. 37% der Befragten fordern allerdings explizit eine aktive Unterstützung durch die IT bei der Verbesserung der Geschäftsprozesse.
Auffallend ist, dass Verantwortliche aus dem Bereich Finanzen und Controlling im Vergleich mit anderen Geschäftseinheiten mit der IT überdurchschnittlich zufrieden sind, allerdings sind sie bei Fragen zu Reaktionsgeschwindigkeit oder Kommunikation kritischer. Ebenfalls offensichtlich ist, dass die interne IT bei der Mehrzahl der untersuchten Kriterien wie Businessverständnis, Serviceorientierung, Kommunikation oder Verfügbarkeit besser abschneidet, als bei Firmen, die ihre IT an externe Dienstleister ausgelagert haben. Allerdings haben externe Dienstleister gemäss der Untersuchung bei einzelnen Kriterien wie den Beitrag zu geschäftlichen Innovationen mehrheitlich die Nase vorn. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die "Nähe" der internen IT als wichtiger strategischer Vorteil gesehen werden kann.
Mängel sieht die Untersuchung vor allem in der Einbindung der IT-Abteilung in die Geschäftsabläufe. Eine regelmässige und institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen Business und IT ist in den meisten Unternehmen nach wie die Ausnahme. Operative und strategische Fragen werden oft nur bei Bedarf geklärt, was dazu führt, dass die Basis für eine stärkere Berücksichtigung von Geschäftsanforderungen im IT-Geschäft fehlt.
Die Geschäftsbereich-Verantwortlichen wünschen sich zwar meist eine stärkere Einbindung der IT, aber dies meist nur als Initiator oder Berater und weniger als Mitentscheider. Für die Autoren der Studie stellt dies ein Risiko für die IT-Abteilung dar, denn die IT als reine Kostenstelle ist angehalten, zu sparen. Dies wiederum führt zu grösserer Belastung des Personals und zu einer Verringerung der Ausgaben im strategischen Bereich, so dass neben dem reinen IT-Betrieb kein Mehrwert für die Abteilungen geschaffen werden kann. Die IT müsse deshalb die Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen suchen, um der Gefahr, die IT an einen externen Dienstleister zu verlieren, zu entkommen. (Tom Brühwiler)

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