Sun kauft MySQL auf

16. Januar 2008, 14:10
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Kann die Kombination Sun/MySQL die Datenbank-Platzhirsche Oracle, IBM und Microsoft in Bedrängnis bringen?

Kann die Kombination Sun/MySQL die Datenbank-Platzhirsche Oracle, IBM und Microsoft in Bedrängnis bringen?
Sun hat sich mit dem Verwaltungsrat der schwedischen Firma MySQL AB, dem Entwickler der Open-Source-Datenbank MySQL, auf eine Übernahme geeinigt. Sun will für MySQL gegen eine Milliarde Dollar ausgeben, den grössten Teil davon in bar. Wenn alles glatt läuft, soll die Übernahme im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres offiziell vollzogen werden.
Wie üblich anlässlich einer Übernahme schwelgen auch die Sun-Verantwortlichen in grossen Zukunftsvisionen: Die Kombination von MySQL mit dem Namen und der Serviceorganisation von Sun soll nichts weniger als "die Landschaft der Softwareindustrie verändern."
Die grosse Hoffnung, welche dahinter steckt, ist, dass der Name Sun Microsystems und vor allem auch die grosse Serviceorganisation des IT-Riesen die Akzeptanz von MySQL bei Grossunternehmen, die heute in der Tendenz eher den proprietären Produkten von Oracle, IBM oder Microsoft vertrauen, stark verbessern soll. Speziell im Bereich der Internet-Technologien soll die Übernahme zudem Suns Position verstärken und dem Unternehmen sowie dessen eigenen Softwareprodukten neue Marktchancen eröffnen. MySQL wird in diesem Bereich bereits von einigen grossen Namen wie Facebook, Google oder Baidu und last but not least – ok, vielleicht doch eher least – inside-it.ch eingesetzt.
Am Open Source-Vertriebsmodell der Datenbank – die Software an sich wird gratis zur Verfügung gestellt, der Hersteller verdient durch Support- und Service-Verträge - dürfte Sun kaum etwas ändern. Der Handel wirft aber auch viele Fragen auf. Fraglich scheint uns zum Beispiel, wie gut bestehende kleinere Kunden und vor allem die MySQL-Entwicklerszene den Besitzerwechsel zu einem Grosskonzern akzeptieren wird, wie Hardware- und Software-Komkurenten von Sun regieren, ob die Datenbank in der Produktevielfalt Suns nicht untergehen könnte und ob die Unternehmenskultur des schwedischen Open Source-Unternehmens mit der des amerikanischen IT-Konzerns vereinbar ist.
Zumindest in letzterer Hinsicht sieht MySQL-Chef Marten Mickos anscheinend keinerlei Probleme. "Suns Kultur und Geschäftsmodell ist komplentär zu unseren eigenen Ideen und verfolgt die gleichen Ideale, die wir seit unserer Gründung vertreten haben - Freiheit der Software, Online-Innovation und der Einbezug einer Community und von Partnern." (Hans Jörg Maron)

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