Sun legt "Java Desktop System" auf Eis

30. Juni 2005, 10:26
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Suns Linux-Desktop-Suite wird nicht mehr aktiv verkauft.

Suns Linux-Desktop-Suite wird nicht mehr aktiv verkauft.
Sun wird nicht mehr versuchen, sein "Java Desktop System" für den Massenmarkt der Desktop-PCs zu verkaufen. Dies erklärte Suns oberster Software-Stratege, John Loiacono, gestern vor Pressevertretern in San Francisco. Die Software-Suite, die nun auch mit Solaris 10 als Betriebssystem erhältlich ist, wird zwar als Produkt weiter bestehen, soll aber nur noch in der Programmiererszene aktiv angepriesen werden.
Sun hatte das irreführend benannte "Java Desktop System" – es handelte sich dabei im Prinzip um ein Suse Desktop-Linux plus Büro-Software wie StarOffice 7, Mozilla und Evolution (E-Mail) – mit viel Brimborium im September 2003 vorgestellt. Die Suite fand auch einige Beachtung in den Medien, weil man spekulierte, dass damit wieder einmal eine ernsthafte Konkurrenz für Microsoft entstehen könnte. Auch die Idee Suns, das Bündel als Kontrast zum Lizenzwirrwarr bei Microsoft zu einem schlichten Einheitspreis von 100 Dollar pro PC anzubieten, bestach.
Quer in der Sun-Strategie
Einen schnellen Erfolg brachte das "Java Desktop System" Sun allerdings nicht – daran dürfte auch der schlecht gewählte Name schuld gewesen sein – und man erhielt nach dem grossen Launch schnell das Gefühl, das Sun die Desktop-Suite nur halbherzig vermarktete.
Die Suite war bei näherem Hinsehen für Sun wohl auch strategisch problematisch. Erstens sind Sun und Microsoft seit etwas mehr als einem Jahr offizielle dicke Freunde – ein direkter Angriff auf Microsoft auf dem Desktop wäre politisch gegenwärtig kaum opportun.
Und zweitens und wohl noch wichtiger: In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass Linux in den Serverräumen nicht so sehr Windows sondern eher Unix und Solaris konkurrenziert – was jegliche Unterstützung von Linux, auch wenn es nur auf dem Desktop ist, für Sun problematisch macht. (Hans Jörg Maron)
(Interessenbindung: Sun Microsystems (Schweiz) ist als "Launch-Partner" ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags.)

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