Sun legt seinen Cloud-Computing-Service auf Eis

10. Dezember 2008, 12:26
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Network.com ist zu. Wann es eine Neuauflage gibt, steht noch in den Sternen.

Network.com ist zu. Ob es eine Neuauflage gibt, steht noch in den Sternen.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Manchmal bestraft es aber auch die, die zu früh kommen. Das scheint Sun mit seiner Cloud-Computing-Plattform Network.com passiert zu sein, die schon vor zweieinhalb Jahren lanciert wurde, noch bevor der Ausdruck Cloud-Computing überhaupt gebräuchlich wurde. Sun-CEO Jonathan Schwartz erklärte damals, Sun sei damit "der erste und einzige Anbieter, der ein glaubwürdiges Angebot einer Grid Utility über das öffentliche Internet macht."
Nun ist Sun auch der erste bekannte Anbieter, der seine Cloud-Computing-Plattform – zumindest in ihrer jetzigen Inkarnation – wieder geschlossen hat. Die bestehende Kunden – gemäss 'Register' sind das nur gerade 13 – erhalten weiterhin ihren Service, Neukunden werden aber keine mehr angenommen.
Sun ging vor zwei Jahren sicher in die richtige Richtung mit "Network.com", wie der gegenwärtige Boom von neu auf den Markt drängenden Anbietern zeigt. Sun scheint aber - vielleicht gerade weil man früh auf den Markt kam – etwas an den tatsächlichen Marktbedürnissen vorbeiplant zu haben. Computing-Power auf Network.com war zwar einfach zu kaufen – nach der simplen Formel ein Dollar pro CPU und Stunde – aber gemäss Pressekommentaren war es weniger einfach, Applikationen dafür zu entwickeln. Kunden scheinen heute eher etwas leichter zu benützende Plattformen wie die von Amazon zu bevorzugen, die mehr Features "Out-of-the-box" bieten.
"We'd like to keep in touch"
Noch im Mai dieses Jahres erklärte Schwartz gegenüber 'News.com' wie zentral Network.com für Sun sei. Dave Douglas, als Senior Vice President Chef von Suns "cloud computing and developer platforms group", gab nun gestern Abend gegenüber US-Journalisten die Schliessung von Network.com für Neukunden bekannt. Dabei räumte er ein, dass der Service in den letzten beiden Jahren nur wenig Zugkraft bei Kunden entwickelte. Douglas erklärte zwar, dass ein Nachfolger geplant sei, wollte dazu aber keinerlei Details nennen.
Auf der Network.com-Webseite heisst es ebenso wenig aussagekräftig, Network.com sei in einer Transitionsphase während "wir aufregende neue Features entwickeln." Man sei noch nicht bereit, diese vorzuzeigen, werde aber gerne in Kontakt mit Interessenten bleiben. (Hans Jörg Maron)

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