Sun-Offensive in der Finanzindustrie

2. November 2004, 12:50
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Die Finanzindustrie hat viele IT-Themen. Doch Hardware ist keines davon. Deshalb sagt Sun: "Wir sind kein Hardware-Hersteller".

Heute begann in Zürich das Finance-Forum - das Stelldichein an der Schnittstelle zwischen Finanzindustrie und IT. Am Finance-Forum wird über vieles diskutiert - nur nicht über Hardware. Im Vorfeld des Finance-Forums hatte inside-it.ch die Gelegenheit mit Peter Meinel (Bild), bei Sun verantwortlich für das Europa-Geschäft mit der Finanzindustrie und mit Miki Mitric, seinem Schweizer Pendant, die Sun-Strategien im Finanzumfeld zu diskutieren. Was macht ein Hardware-Hersteller, wenn Hardware kein Thema mehr ist?
Die Antwort auf diese Frage kommt von Peter Meinel wie aus der Kanone geschossen: "Tatsächlich kommt es heute nicht mehr vor, dass ein Kunde nach blosser Rechenleistung schreit. Wir sind kein Hardware-Hersteller und verkaufen nicht nur einfach Boxen. Dell ist einer - aber wir nicht. Ich diskutiere auch nicht primär mit den IT-Leuten in der Finanzindustrie, sondern mit den Business-Managern." Sun, so Meinel, sei heute ein Infrastruktur-Anbieter, der zusammen mit den Software-Hersteller funktionierende Plattformen entwickelt und anbietet. Mit Solaris 10 habe Sun ein Betriebssystem, das mehr Sicherheit und Skalierbarkeit zu tieferen Preise als die Konkurrenz anbiete.
Wird Linux zum Standard?
Unsere Gegenfrage, ob denn nicht Linux im Rechenzentrum zu einem echten Standard werde und somit die Existenz von Solaris bedrohe, löst bei Meinel eine Flut von Gegenargumenten aus. Erstens werde Linux heute nicht in geschäftskritischen Umgebungen eingesetzt. Zweitens sei Linux nicht mehr Open Source, sondern es gebe nur noch die Wahl zwischen Red Hat und Suse. Drittens sei Red Hat Enterprise teurer als Solaris und viertens aufwändiger in der Administration. Noch Fragen?
Ja - wir hatten eine Frage: "Hat Solaris eine Zukunft?" Meinel (dezidiert): "Solaris für x86 ist auch preislich eine echte Alternative. Und Solaris hat in der Finanzindustrie grosse Verbreitung. Warum sollten die IT-Leute nun auch noch auf Linux umgeschult werden?" Mit IBM und HP würden genau jene Hersteller die Mär vom Linux als kommenden Industriestandard verbreiten, die ihre eigenen Unixe und Plattformen wie den Alpha-Server vernachlässigt hätten, sagt der Sun-Mann.
Nicht ohne meinem ISV
Aus dem Gespräch mit Meinel und Mirkic wird klar, dass die Partnerschaft mit Software-Herstellern, Systemintegratoren und Consultants für Sun zur Überlebensfrage geworden ist. Und diesbezüglich scheinen die kalifornischen Server-Spezialisten gut etabliert. "10 von 20 Avaloq-Installationen in der Schweiz laufen auf Sun", sagt Mitric. "Die Software-Hersteller wollen sich nicht auf eine Plattform festlegen müssen, ebenso die Consultants und Outsourcer. Die Frage für ISVs ist, wer der beste Partner ist und den besten Leistungsnachweis liefern kann. Das sind wir - ausserdem konkurrenzieren wir unsere Partner nicht. (Christoph Hugenschmidt)

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