Sun vor entscheidenden Tagen

9. Dezember 2009 um 15:40
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Harsche Worte von EU-Kommissarin Neelie Kroes an die Adresse von US-Senatoren. Morgen müssen Sun und Oracle zu Hearings in Brüssel antraben.

Harsche Worte von EU-Kommissarin Neelie Kroes an die Adresse von US-Senatoren. Morgen müssen Sun und Oracle zu Hearings in Brüssel antraben.
Die Frage, ob Oracle den Server- und Unix-Spezialisten Sun Microsystems übernehmen darf, könnte in den nächsten Tagen entschieden und damit die für Sun potentiell tödliche Ungewissheit beendet werden. Morgen Donnerstag beginnen in Brüssel nämlich Hearings, in denen Oracle und Sun die geplante Übernahme verteidigen können, aber auch die Gegner zu Worte kommen werden.
Die EU-Kommission hat Bedenken, dass Oracle im Datenbankmarkt eine übermächtige Stellung einnehmen könnte, da mit Sun auch die bekannte Open-Source-Datenbank MySQL Oracle gehören würde.
Erstaunlicherweise springt nun IBM an die Seite von Oracle. So liess IBMs Software-Chef Steve Mills gegenüber Financial Times verlauten, MySQL sei keine wirkliche Aternative zu Oracles und IBMs Datenbanksystemen. Oracle solle doch einfach genauer aufzeigen, wie man den Open-Source-Aspekt von MySQL weiterhin unterstützen wolle. Dann könne der Deal seitens der EU rasch genehmigt werden.
"Kümmert Euch um die Gesundheitsreform"
Böse Zungen behaupten nun natürlich, die Unterstützung von IBM für den Deal beweise geradezu, wie wettbewerbschädlich er sei. Denn IBM wolle ja gerade, dass MySQL an Relevanz verliere.
Auch nicht gerade freundliche Worte fand EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gegenüber jenen 59 US-Senatoren, die unlängst in einem Schreiben an die EU die Verzögerung des Deals durch die Wettbewerbskommission kritisiert hatten. Kroes kritisierte gemäss der Nachrichtenagentur AP nun ihrerseits, die US-Senatoren würden sich in die Entscheide von anderen einmischen während sie den Entscheid in Sachen Reform des US-Gesundheitswesens verzögerten.
Grundsätzlich aber zeigte sie sich optimistisch darüber, dass sich die EU und Oracle einigen könnten und die Übernahme damit möglich würde. (Christoph Hugenschmidt)

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