Sunrise auf Konfrontationskurs mit Freenet

22. August 2019, 09:36
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Der Verwaltungsrat des Telekomkonzerns Sunrise geht auf Konfrontationskurs mit seinem Hauptaktionär Freenet.

Der Verwaltungsrat des Telekomkonzerns Sunrise geht auf Konfrontationskurs mit seinem Hauptaktionär Freenet. Letzterer stemmt sich gegen die geplante 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz.
Der Sunrise-Verwaltungsrat sei zum Schluss gekommen, dass die von Freenet vorgebrachten Bedenken "weder gerechtfertigt noch im besten Interesse aller Aktionäre seien", teilte das Unternehmen mit. Vielmehr, so die deutlichen Worte, werde Freenet von "kurzfristigen finanziellen Zwängen und eigennützigen Zielen" geleitet, die nun auf Kosten der anderen Aktionäre erreicht werden sollten.
Sunrise habe seinem Hauptaktionär die Bereitschaft signalisiert, die Finanzierung der Transaktion zu ändern. Die Kapitalerhöhung sollte geringer als ursprünglich geplant ausfallen und stattdessen die Verschuldung erhöht werden. Freenet habe aber auch diese Option abgelehnt.
Man sei daher zum Schluss gekommen, dass die Freenet-Vertreter im Verwaltungsrat von Sunrise unter einem Interessenkonflikt litten. Der Sunrise-Verwaltungsrat schliesse nun die Freenet-Vertreter von den zukünftigen Beratungen über die UPC-Transaktion aus.
UPC-Übernahme bringt mehr, sagt Sunrise
Zudem bringe der UPC-Deal höhere Synergien bringt als bisher angenommen. Es sei mit jährlich 280 Millionen statt der bisher genannten 235 Millionen zu rechnen. Gleichzeitig sei aber auch mit höheren einmaligen Integrationskosten zu rechnen (230 bis 250 Mllionen statt 140-150 Millionen).
Sunrise geht davon aus, dass der Deal, sofern die Generalversammlung zustimmt, per Ende November 2019 abgeschlossen werden kann.
Sunrise selbst: Weniger Umsatz,mehr Gewinn
Gleichzeitig hat Sunrise seine Geschäftszahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Der Umsatz sank zwischen April und Juni um 1,7 Prozent auf 455 Millionen Franken. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg hingegen um 3,4 Prozent auf 155 Millionen und der Reingewinn um knapp 12 Prozent auf 27 Millionen.
Der Umsatz war zwar rückläufig, gleichwohl sei Sunrise erfolgreich beim Gewinnen von Kunden gewesen. So seien über 40'000 Handy-Abokunden gewonnen worden. Auch mit den Bereichen TV und Internet ist das Unternehmen zufrieden. Beim Gewinnwachstum wirkte sich positiv aus, dass sich der Geschäftsmix verbessert habe.
Mit den Resultaten hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten hinsichtlich Umsatz verfehlt, hinsichtlich Profitabilität aber übertroffen. (Keystone-sda/hjm)

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