Sunrise begräbt UPC-Deal

13. November 2019, 09:19
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Der geplatzte UPC-Deal kostet 125 Millionen Franken. Für das dritte Quartal kann Sunrise gute Zahlen ausweisen.

Der geplatzte UPC-Deal kostet 125 Millionen Franken. Für das dritte Quartal kann Sunrise gute Zahlen ausweisen.
Sunrise hat den UPC-Deal offiziell begraben. Gegen die Zahlung einer Konventionalstrafe von 50 Millionen Franken soll der Kaufvertrag dem UPC-Mutterhaus Liberty Global nun gekündigt werden.
"Wir haben keine Mehrheit für die vorgeschlagene Transaktion gefunden", sagte Sunrise-Finanzchef André Krause im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'. "Die Aktionäre haben gegen die Transaktion entschieden. Wir haben den vereinbarten Kaufvertrag gekündigt."
Liberty Global hofft derweil auf einen neuen Deal für seine Tochter. Das Unternehmen will einer Mitteilung zufolge weiter Gespräche führen mit dem Sunrise-Verwaltungsrat respektive Freenet. Der Grossaktionär hatte sich im Vorfeld lautstark gegen die geplante Übernahme von UPC gewehrt. Liberty Global hält fest, eine mögliche Übernahme sei für die Aktionäre und die Schweizer Konsumenten von erheblichem Mehrwert.
Ob es noch zu Gesprächen mit Liberty über einen veränderten Deal kommt, ist laut dem Sunrise-CFO "zum jetzigen Zeitpunkt eine hypothetische Diskussion."
Sunrise fokussiert auf Alleingang
"Es geht jetzt um Sunrise. Wir fokussieren uns auf unseren Plan für 2020", sagte Sunrise-Chef Olaf Swantee Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigten, dass Sunrise gut unterwegs sei. Aber es brauche gewisse Anpassungen. "Wir müssen uns im intensiver gewordenen Wettbewerb überlegen, wo wir uns verbessern müssen und wo wir weiter investieren müssen", so Swantee.
Der Umsatz von Sunrise belief sich im dritten Quartal auf 474 Millionen Franken. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) legte um 9,4 Prozent auf 161 Millionen Franken zu. Dieses Plus sei allerdings hauptsächlich einer Änderung der Buchführung zu verdanken. Auf vergleichbarer Basis wäre der Ebitda um zwei Prozent gestiegen. Unter dem Strich verdiente Sunrise mehr als im Vorjahr. Der Reingewinn kletterte um gut die Hälfte auf 48 Millionen Franken.
Überschattet wurde dieses Ergebnis aber vom gescheiterten UPC-Deal. Neben der Konventionalstrafe über 50 Millionen Franken erwartet Sunrise im Zusammenhang mit der Transaktion Zusatzkosten von insgesamt 70 bis 75 Millionen Franken. Diese würden sich aus Zeichnungsgebühren (19 Millionen), Beratungs- und Rechtskosten sowie bereits angefallenen Integrationskosten (24 Millionen Franken) zusammensetzen. Davon seien 27 Millionen Franken bereits in der Rechnung der ersten neun Monate 2019 enthalten. (kjo/Keystone-sda)

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