Sunrise-Chef im Visier deutscher Wettbewerbshüter

6. Dezember 2010, 15:41
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Wie das Wirtschaftsmagazin 'Bilanz' unter Berufung auf die deutsche 'WirtschaftsWoche' berichtet, ist Sunrise-Chef Oliver Steil in Deutschland in einen mutmasslichen Kartellfall verwickelt.

Wie das Wirtschaftsmagazin 'Bilanz' unter Berufung auf die deutsche 'WirtschaftsWoche' berichtet, ist Sunrise-Chef Oliver Steil in Deutschland in einen mutmasslichen Kartellfall verwickelt. Steil hatte im Juni die CEO-Funktion beim zweitgrössten Schweizer Telco übernommen, nachdem sein Vorgänger nach der geplatzten Fusion mit Orange den Hut genommen hatte.
Das Bundeskartellamt hat nun am Freitag bestätigt, dass es wegen eines sogenannten Anfangsverdachts gegen die Deutsche Telekom ermittle. Im Zentrum steht die Kooperation der Telekom mit den Mobilfunkfirmen Debitel und Freenet. Steil war bei der ehemaligen Swisscom-Tochter Debitel in den Jahren 2007 und 2008 als CEO tätig, davor war er dort zuständig für Marketing und Vertrieb.
Die Telekom soll versucht haben, das Wettbewerbsverhalten von Debitel zu beeinflussen. Der Verdacht lautet, dass der Ex-Monopolist nach Amtsantritt des Vorstandsvorsitzenden René Obermann im November 2006 ein Vertriebskartell mit Debitel und Freenet aufgebaut haben soll. Debitel und Freenet treten einerseits als Konkurrenten der Telekom auf, betreiben aber keine eigenen Mobilfunknetze. Konkret sollen Kunden in Debitel-Shops "gedreht" worden sein: Auch wer eigentlich einen Vertrag mit Vodaphone oder E-Plus wollte, bekam meist ein Abo der Deutschen Telekom.
Nach dem Bericht der 'WiWo' soll die Zusammenarbeit zwischen Telekom und Debitel so eng gewesen sein, dass der damals designierte Debitel-Vorstandschef Oliver Steil auf einer Vorstandssitzung im November 2007 vorgeschlagen habe, die Unabhängigkeit aufzugeben und "der Deutschen Telekom eine bevorzugte Vermarktung einzuräumen". Die Telekom ihrerseits soll mit Prämien und Zuschüssen in Millionenhöhe unter anderem dafür gesorgt, dass Debitel 2007 wieder in die Gewinnzone zurückkehrte. Der Debitel-Eigentümer Permira habe deshalb den Provider für 1,6 Milliarden Euro an Freenet verkaufen können. (mim)

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