Sunrise erzielt in Coronakrise weniger Gewinn

27. August 2020, 09:39
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Geschlossene Shops und weniger Roaming-Einnahmen dämpfen den Sunrise-Umsatz. Dennoch übertrifft der Telco die Erwartungen.

Sunrise hat trotz der Coronapandemie im zweiten Quartal ein stabiles Ergebnis erzielt. Der Umsatz legte leicht um 0,3% auf 456 Millionen Franken zu. Damit hat Sunrise die Erwartungen übertroffen. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) nahm indes um 1,4% auf 163 Millionen Franken ab. Unter dem Strich sank der Reingewinn auf 21 Millionen Franken, wie Sunrise mitteilt. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 26 Millionen Franken Nettogewinn erzielt.
Den Dämpfer wegen der Corona-Bekämpfungsmassnahmen, als ab Mitte März viele Shops von Sunrise geschlossen waren und die Roamingeinnahmen fielen, habe Sunrise durch das Kundenwachstum ausgleichen können, so eine Mitteilung.
Für das Gesamtjahr 2020 erwartet Sunrise einen Umsatz zwischen 1,84 und 1,88 Milliarden Franken, nachdem das Unternehmen im Mai das Umsatzziel um 35 Millionen Franken gesenkt hatte. Der bereinigte EBITDA dürfte zwischen 675 und 690 Millionen Franken erreichen.

Liberty Global publiziert öffentliches Kaufangebot

Sollten die für 2020 gesteckten Ziele erreicht werden, will Sunrise für das Gesamtjahr voraussichtlich eine Dividende von 4,55 bis 4,65 Franken pro Aktie zahlen. Für das Vorjahr 2019 hatte die Dividende 4,40 Franken betragen.
Allerdings macht Sunrise einen Vorbehalt. Wenn das Kaufangebot von UPC-Besitzerin Liberty Global für Sunrise für 6,8 Milliarden Franken erfolgreich ist, wollen die Briten die Sunrise-Aktien von der Schweizer Börse dekotieren. "Vor diesem Hintergrund möchte Sunrise die Aktionäre auf mögliche zukünftige Änderungen der gegenwärtigen Dividendenpolitik aufmerksam machen", hiess es.
Heute hat UPC Schweiz den Prospekt für das Übernahmeangebot publiziert.  Die UPC-Mutter Liberty Global hatte bereits angekündigt, ein öffentliches Kaufangebot in bar für alle sich im Publikum befindenden Aktien von Sunrise zu einem Preis von 110 Franken pro Aktie zu unterbreiten.
Die Angebotsfrist von 20 Börsentagen werde voraussichtlich am 11. September beginnen und am 8. Oktober um 16 Uhr enden, wie aus dem öffentlichen Kaufangebot hervorgeht. Das Angebot sei im besten Interesse von Sunrise und den Aktionären, so der Sunrise-Verwaltungsrat. Er empfiehlt den Aktionären daher einstimmig, das Angebot anzunehmen.

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