Sunrise gewinnt Kunden, verliert aber Umsatz und Gewinn

13. August 2008, 12:16
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Bis 2010 will Sunrise 80 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz mit eigenen, "entbündelten" Telekommunikationsdienstleistungen bedienen können.

Bis 2010 will Sunrise 80 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz mit eigenen, "entbündelten" Telekommunikationsdienstleistungen bedienen können.
Während der Telekommunikationskonzern Sunrise im ersten Halbjahr 2008 im Vergleich zur Vorjahresperiode 1,8% mehr Kunden für sich gewinnen konnte, sank der Umsatz gleichzeitig auf 915 Millionen Franken.
Der Rückgang des Umsatzes von 962 Millionen auf 915 Millionen Franken und der Gewinn (vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen) von 246 Millionen auf 214 Millionen geschrumpfte Gewinn wurde von Sunrise allgemein erwartet. Wie CEO Christoph Brand heute morgen vor den Medien erklärte, ist dies hauptsächlich auf die Strategie des Konzerns, neue Kunden mit tieferen Preisen anzulocken, zurückzuführen. So würden sich zwar viele neue Kunden für Angebote wie click&call entscheiden, durch die gesunkenen Preise würde sich das allerdings nicht in gleichem Masse auf den Umsatz auswirken.
Im Mobilfunkbereich verzeichnete Sunrise ein Wachstum von 7,4 Prozent auf 1,58 Millionen Kunden, verlor andererseits jedoch fast 9% der Festnetzkunden. Dies entspreche aber einem allgemeinen Trend, da immer mehr Kunden das Handy dem Festnetzanschluss vorziehen würden, hiess es heute morgen.
Der Telco treibt insbesondere die Investionen in die Entbündelung der letzten Meile weiter voran. So soll die Zahl der bisher bereits entbündelten 85 Ortszentralen bis Ende Jahr auf 153 steigen und bis Ende 2010 sollen 80% der Schweizer Bevölkerung aus entbündelten Telefonzentralen, in denen Sunrise mit eigener Infrastruktur präsent ist, bedient werden können.
In Sachen iPhone gibt es von Sunrise weiterhin nur ein "no comment" zu hören. Zwar gibt CEO Brand zu, den einen oder anderen Kunden wegen des fehlenden iPhone-Abkommens zu verlieren. Doch scheinen die Verhandlungen mit Apple keine weiteren Verlautbarungen dazu zuzulassen. (Tom Brühwiler)

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