Sunrise im "Tal der Tränen"

6. September 2013, 13:19
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In der Telekom-Branche geht es drunter und drüber.

In der Telekom-Branche geht es drunter und drüber.
Alljährlich veröffentlicht das Wirtschaftsmagazin 'Bilanz' zusammen mit dem Telekomberater Ocha ein Ranking der Schweizer Telekom-Anbieter. In der 14. Ausgabe wurde die Branche besonders durch geschüttelt: Die Marktanteile der drei grössten Telcos haben sich stärker verschoben, wie in den letzten Jahren zusammen, fasst das Magazin zusammen. Gleichzeitig hat sich auch die Hierarchie der "Big Three" verändert.
In drei der vier Kategorien gab es neue Sieger, und zwar jeweils kleinere und unbekanntere Anbieter. Im Bereich Fixtelefonie übernahm Peoplefon die Poleposition, und sprang von null auf eins. Die 2005 gegründete Zürcher Firma ist auf Voice-over-IP-Angebote spezialisiert, und ist neben der Schweiz auch in Polen, Slowakei und Österreich und Littauen präsent. Als nächstes will das Unternehmen in die Ukraine, so die 'Bilanz' weiter. Das gleiche Bild zeigt sich beim Bereich Corporate Networks. Dort rollt das kleine Unternehmen VTX aus Pully das Feld von hinten auf - auch von Null auf Platz eins. Der jahrelange Spitzenreiter Cablecom muss auf Platz zwei ausweichen. Und im Bereich Internet Service Provider überragt iWay alle - ebenfalls von null auf eins. Vor Colt, dem Überflieger des letzten Rankings.
Sunrise, das Schlusslicht
Im Bereich Mobiltelefonie sind die Kunden nicht zufrieden mit dem Schweizer Angebot. Die Zufriedenheit in dieser Sparte ist hierzulande zwar traditionell geringer, aber in diesem Jahr besonders niedrig, so das Wirtschaftsmagazin. Gerade bei der Preispolitik wird das offensichtlich. Durch die Einführung des Infinity-Angebots von Swisscom, bei dem die Geschwindigkeit verrechnet wird und nicht mehr die Datenmenge, wurde den Kunden die Vergleichbarkeit der Abo-Möglichkeiten genommen, kritisiert der Co-Autor der Studie Martin Steinmann. Darunter leide die Transparenz und damit die Zufriedenheit der Kunden.
Von den drei grossen Telcos Swisscom, Orange und Sunrise hat Orange am wenigsten verloren. Damit hat der Telco Sunrise überholt und hat sich den zweiten Platz hinter Swisscom geangelt.
Der grosse Verlierer ist Sunrise. Bei allen vier Kategorien belegt der Telco den letzten Platz. Als Begründung nennt die 'Bilanz' die diversen Managementwechseln beim Unternehmen. Auch die Übernahme von NextiraOne scheint nicht geholfen zu haben. Sunrise-COO und Geschäftskundenleiter Hans Jörg Denzler sieht die Gründe woanders. Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin erklärte er, dass die Umfrage für das Unternehmen zu einem schlechten Zeitpunkt gekommen sei. Im letzten September wechselte Sunrise von Alcatel-Lucent zu Huawei - was Sunrise ziemlich durch geschüttelt habe.
Inzwischen habe Sunrise die Prozesse wieder im Griff, und investiere im laufenden Jahr bis zu 270 Millionen Franken in den Ausbau der Netze, so Denzler zur 'Bilanz'. "Jetzt sind wir durch das Tal der Tränen, 2014 werden wir massiv besser abschneiden", verspricht der COO. (lvb)

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