Sunrise: "Meilenstein auf dem Weg zu mehr Wettbewerb"

13. November 2008, 10:32
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Weko wirft Swisscom Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung im ADSL-Markt vor

Weko wirft Swisscom Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung im ADSL-Markt vor
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko) rüffelt Swisscom. Sie wirft dem Telekommunikationskonzern einen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung bei der ADSL-Preisgestaltung für Wiederverkäufer vor. Das Sekretariat beantragt deshalb bei der Weko, den Missbrauch festzustellen und Sanktionen in der Höhe von rund 237 Millionen Franken gegen Swisscom zu verhängen.
Andere ADSL-Anbieter wie Sunrise, VTX oder Green können ihren Kunden, sofern sie nicht in bereits entbündelten Gebieten wohnen, ihre Dienstleistungen nur via Swisscom anbieten. Für dieses sogenannte Vorleistungsangebot verlangt Swisscom gemäss Weko im Vergleich zu den (Bluewin-) Endkundenpreisen zu hohe Preise. Dies stelle gemäss Kartellgesetz den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung dar, so die Weko.
Während Sunrise den Verfügungsentwurf des Weko-Sekretariats bereits als "Meilenstein auf dem Weg zu mehr Wettbewerb" feiert, reagiert Swisscom befremdet. Dies vor allem deshalb, weil derzeit ein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht hängig sei, ob Swisscom überhaupt eine marktbeherrschende Stellung einnehme. Swisscom verfüge im ADSL-Bereich nämlich über gar keine Monopolstellung, weshalb die Sanktionen gar nicht durchsetzbar seien, so der Konzern weiter. In der Schweiz herrsche durchaus Infrastrukturwettbewerb, denn rund 80 Prozent der Haushalte hätten die Wahl zwischen ADSL und Kabel-Internet.
Das Weko-Sekretariat hat mit seinem gestrigen Antrag seine Ermittlungen abgeschlossen. Nach Eingang der Stellungnahme sowie allfälliger Anhörungen und weiteren Schritten wird die Weko ihren Entscheid fällen. Gemäss Kartellgesetz sind für die Bemessung der Sanktionen insbesondere die Umsätze im relevanten Markt, sowie die Dauer und Schwere des Verstosses entscheidend. (bt)

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