Sunrise schreibt rote Zahlen im Internetbereich

13. August 2007, 13:08
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"Überhöhte Wiederverkaufspreise des Ex-Monopolisten" und "Investitionsstau"

"Überhöhte Wiederverkaufspreise des Ex-Monopolisten" und "Investitionsstau"
Sunrise verliert nach eigenem Bekunden in seinem Internetbereich Geld - wie viel genau, verrät das zweitgrösste Schweizer Telekommunikationsunternehmen in seinem Anmerkungen zu den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2007 nicht, aber dafür nennt es einen Grund: Die "überhöhten Wiederverkaufspreise des Ex-Monopolisten" Swisscom.
Wie die meisten anderen ISPs muss sich auch sunrise momentan noch damit begnügen, als Wiederverkäufer von Internet-Angeboten der Swisscom aufzutreten. Nun hofft sunrise auf die Entbündelung der letzten Meile, um sein stagnierendes Internetgeschäft anzukurbeln. Dazu sei man bereit, "substantielle" Investitionen in Breitbandinfrastrukturen zu tätigen.
Vorerst liegen diese Investitionen aber noch bis zu einer Einigung über den Preis des direkten Zugangs zur den Hausanschlüssen auf Eis. Ist es so weit, möchte sunrise ab Herbst 2007 DSL-Produkte für Geschäftskunden und ab Frühling 2008 für Privatkundinnen und –kunden lancieren. Geplant sei eine Erschliessung von über 80 Prozent der Bevölkerung bis 2010.
Der Umsatz von sunrise im Internetbereich blieb im ersten Halbjahr dieses Jahres mit 81 Millionen Franken gleich wie im letzten Jahr. Steigende Umsätze bei ADSL, so sunrise, seien durch den Rückgang im Dial-up-Bereich kompensiert worden.
Auch im Mobilfunkbereich konnte sunrise seinen Umsatz nur ganz gering steigern, um 0,2 Prozent auf 578 Millionen Franken. Im Festnetzbereich lief es mit einem Umsatzwachstum von 2,7 Prozent auf 303 Millionen Franken etwas besser, was aber hauptsächlich auf steigende Umsätze im Bereich System Integration für Geschäftskunden zurückzuführen war.
Insgesamt stieg der Umsatz von sunrise im ersten Halbjahr 2007 um 0,9 Prozent auf 962 Millionen Franken. Der Reingewinn lag mit 89 Millionen Franken deutlich tiefer als vor einem Jahr (253 Millionen Franken). Damals hatten aber Sondereinnahmen, hautpsächlich infolge eines Bundesgerichtsentscheids zu den Interkonnektionspreisen, den Gewinn um 169 Millionen Franken in die Höhe getrieben. (hjm)

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