Sunrise und Swisscom melden "punktuelle Überlast" in ihren Netzen

19. März 2020, 10:07
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Die Netz-Infrastruktur des Bundes sei in dieser besonderen Lage "so stark belastet wie noch nie", heisst es vom BIT.

Das Telekommunikations-Verhalten der Kundschaft sei aktuell nicht vorherseh- und planbar, schreibt Swisscom auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA'. "Wir gehen davon aus, dass die Menschen in der Schweiz wegen der ausserordentlichen und sich laufend ändernden Lage ein deutlich erhöhtes Austauschbedürfnis haben."
Die Kunden telefonierten derzeit deutlich mehr und auch länger über das Mobil- und das Festnetz. Der rasante Anstieg der Nutzung von Telekommunikationsdiensten erfordere vonseiten Swisscom "laufend Massnahmen" wie etwa die engmaschige Überwachung des Netzes.

Anrufer kommen nicht durch



Wegen vieler Anfragen von Geschäftskunden müsse der grösste Telekomanbieter der Schweiz zudem priorisieren. Vorrang hätten "die Bedürfnisse derjenigen unserer Geschäftskunden, welche einen zentralen Dienst in der Landesversorgung wahrnehmen, wie Blaulichtorganisationen, Spitäler, Ärzte und Behörden", so Swisscom.

Homeoffice ist nicht das Problem

Weniger Mühe bereitet den Telcos der Datenverkehr. "Dort sehen wir kaum eine Änderung", schreibt Swisscom — und erklärt: "Homeoffice-Anwendungen benötigen in Vergleich zu Streaming-Anwendungen wie Swisscom TV und Netflix nur einen kleinen Anteil des Gesamtverkehrs, im tiefen einstelligen Prozentbereich der ganzen Netzlast."
Auch UPC Schweiz beobachte aktuell einen leichten Anstieg bei der Internetnutzung, allerdings liege dieser im erwarteten Bereich, schreibt das Unternehmen. "Unser Internet läuft momentan sehr stabil und wenn nötig, könnte UPC auch kurzfristig Netzkapazitäten erhöhen." Momentan seien keine Kapazitätsengpässe feststellbar.

Netz des Bundes "so stark belastet wie noch nie"

An Grenzen stösst derzeit das Telekommunikationsnetz des Bundes. In dieser besonderen Lage sei die Infrastruktur "so stark belastet wie noch nie", schreibt das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA'.
Es könnten immer wieder neue Bereiche auftauchen, wo Grenzen erreicht würden. "Sich auf alle möglichen Szenarien mit allen technischen Eventualitäten vorzubereiten, ist schlicht nicht möglich." In den vergangenen Tagen hat das BIT nach eigenen Angaben die bestehenden Kapazitäten ausgebaut. Diese würden wo möglich noch weiter erhöht.

Kein höheres Risiko für Pannen

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sieht eigenen Angaben zufolge derzeit keine speziellen Massnahmen vor, die sich wegen vermehrten Homeoffice aufdrängen. Der Mehrverkehr sei im Vergleich zum gesamten Datenverkehr wenig bedeutend und führe nicht zu Überlast, teilt die Behörde mit.
Auch das Risiko grosser Pannen habe sich durch die ausserordentliche Lage nicht verändert, schreibt das Bakom.

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