Sunrise und T-Systems liegen sich in den Haaren

14. September 2009, 14:12
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Sunrise verhandelte über ein PC-Outsourcing-Projekt mit T-Systems. Der Millionen-Deal platzt aber kurz vor der Unterschrift – obwohl er mit der Geschäftsleitung von Sunrise per Handschlag besiegelt worden war.

Sunrise verhandelte über ein PC-Outsourcing-Projekt mit T-Systems. Der Millionen-Deal platzt aber kurz vor der Unterschrift – obwohl er mit der Geschäftsleitung von Sunrise per Handschlag besiegelt worden war.
Der zweitgrösste Schweizer Telekom-Anbieter Sunrise hat sich vergangenen Donnerstag entschieden, die Betreuung der PC-Arbeitsplätze doch nicht auszulagern. Wie die 'SonntagsZeitung' gestern schrieb, suchte man während 14 Monaten nach einem Outsourcing-Partner, zuletzt war Sunrise in Verhandlungen mit T-Systems und Hewlett-Packard. Der Deal hätte offenbar ein Volumen zwischen 30 und 50 Millionen Franken gehabt.
Sunrise-Sprecher Dominique Reber sagte gegenüber der Zeitung, es habe sich gezeigt, dass Sunrise im Ergebnis besser fahre, wenn die IT nicht ausgelagert werde. Gemäss 'SonntagsZeitung' waren die Offerten der Outsourcing-Partner "nicht günstig genug". Die interne Lösung soll nun in den nächsten Monaten "weiter optimiert werden".
T-Systems: "Absolut nicht nachvollziehbar"
Inside-it.ch liegt eine interne Mitteilung von T-Systems Schweiz vom vergangenen Donnerstag, dem 10. September vor. Darin schreibt Pierre Klatt, der erst seit dem 1. August 2009 Managing Director von T-Systems Schweiz ist, das Projekt Helios/EOS mit "unserem Partner Sunrise" sei endgültig ad acta gelegt.
Sunrise habe unerwartet entschieden, die Verträge mit T-Systems doch nicht abzuschliessen. "Dieser Entscheid ist für uns im Moment absolut nicht nachvollziehbar", schreibt Klatt und ergänzt: "Vor allem nicht nachdem letzten Freitag (4. September, Anm. d. Red.), nach 20 Stunden unterbruchslosen Verhandlungen, der Vertrag mit zwei GL-Mitgliedern der Sunrise per Handschlag besiegelt wurde."
"Sehr enttäuscht"
Gegenüber inside-it.ch wollten sich die beiden Unternehmen mit Verweis auf eine Geheimhaltungserklärung ("non-disclosure agreement") nicht äussern. Auf die Frage, ob T-Systems gegen diesen Entscheid vorgehen werde, sagt T-Systems-Sprecherin Barbara Melzl nur, man sei "sehr enttäuscht" und alles andere werde sich zu einem späteren Zeitpunkt zeigen.
Für T-Systems dürften immerhin Offertkosten in der Höhe von ein paar Millionen Franken entstanden sein. Auch für Sunrise dürfte die ganze Aktion nicht billig gewesen sein.
"Starke Belastungsprobe" für die bestehende Partnerschaft
Pikanterweise sind die beiden Unternehmen Anfang Jahr eine Allianz für Dienstleistungen im Bereich IP VPN eingegangen. Dass diese Partnerschaft nun auf wackligen Füssen steht, ist wohl keine gewagte Aussage.
Klatt verwendet in der internen Mitteilung klare Worte: "Inwieweit wir unsere gemeinsamen Geschäftsaktivitäten nach diesem Vertrauensbruch weiterführen, werden wir eingehend prüfen und in den nächsten Wochen entscheiden." T-Systems-Sprecherin Melzl ergänzt, dass T-Systems alles daran setze, dass die Kunden weiterhin betreut werden, obwohl die Partnerschaft auf eine "starke Belastungsprobe" gestellt sei. (Maurizio Minetti)

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