Sunrise und UPC gehen in die Bandbreiten-Offensive

18. September 2019, 11:50
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Sunrise lanciert 5G als "Glasfaser durch die Luft", bremst aber den flächendeckenden 5G-Ausbau. UPC hat sein komplettes Netz fit für 1Gbit/s gemacht.

Sunrise lanciert 5G als "Glasfaser durch die Luft", bremst aber den flächendeckenden 5G-Ausbau. UPC hat sein komplettes Netz fit für 1Gbit/s gemacht.
Ob Sunrise UPC wie gewünscht aufkaufen kann scheint gegenwärtig noch höchst unsicher. Zur Zeit sind die beiden Firmen zumindest noch Konkurrenten. Unabhängig von einander lancieren beide in diesen Tagen neue Internetangebote, durch die Festnetzanschlüsse mit sehr hohen Bandbreiten auch in Gebieten erhältlich werden sollen, die noch nicht mit Glasfasern erschlossen sind.
Wobei es sich bei Sunrise gar nicht um einen Festnetzanschluss handelt. "5G for People" soll aber die Funktion eines Festnetzanschlusses haben. Sunrise nennt die neue Anschlussmöglichkeit auch "Glasfaser durch die Luft".
Den Kunden liefert Sunrise hierfür eine Internetbox mit 5G-Konnektivität. Für Privatkunden werden die Bandbreiten und Preise der 5G-Anschlüsse den bisherigen Home-Internet-Angeboten entsprechen. Für Geschäftskunden gibt es das "Office kick-start"-Angebot mit 5G, das auch mit Work-Smart-Lösungen und Business-Cloud-PBX-Telefonie von Sunrise kombiniert werden kann.
Sunrise hatte schon Mitte des letzten Jahres angekündigt, 5G anfänglich hauptsächlich als Glasfaseralternative in ländlichen Gebieten propagieren zu wollen. "Wir sind die ersten, die ein 5G-Angebot als Festnetzersatz für Breitband-Internet, TV und Festnetztelefonie lancieren", kommentiert nun der Sunrise-CEO Olaf Swantee. Das habe vielerorts Vorteile. "Beispielsweise in Bözen, Aargau, wo statt nur ca. 30 Mbit/s durch das Kupferkabel dank 5G über 10-fach schnellere Verbindungen mit mehreren Hundert Mbit/s Bandbreite möglich sind."
5G-Handynetz-Ausbau gebremst
Gleichzeitig verzichtet der Telco aber vorerst auf einen 5G-Ausbau in den bestehenden Frequenzen (700 MHz bis 2600 MHz), wie er bekannt gibt. Ein solcher Ausbau würde zwar den Vorteil bringen, rasch eine breitflächige 5G-Abdeckung zu bieten. Kompatible Geräte seien zurzeit aber noch kaum verfügbar. Und auch die erreichbaren Verbindungsgeschwindigkeiten würden sich nicht wesentlich von 4G+ unterscheiden.
Deshalb baue Sunrise derzeit ausschliesslich "echtes 5G" im 3.5 GHz-Bereich, was Geschwindigkeiten bis 2Gbit/s möglich machen soll, auch wenn dadurch der Ausbau länger dauere.
UPC rüstet Kabelnetz auf
UPC hat vor einiger Zeit eine Aufrüstung seines Kabelnetzes für höhere Bandbreiten angekündigt. Ab dem 25. September soll nun im ganzen UPC-Verbreitungsgebiet ein 1-Gbit/s-Angebot auf den Markt kommen.
Auch UPC wird damit insbesondere in nicht-städtischen und alpinen Regionen vielen Haushalten und Unternehmen, die keine Glasfaseranschlüsse haben, Gigabit-Bandbreite anbieten können.
Wie das neue Portfolio genau aussieht und wie die Preise gestaltet sein werden will UPC erst am 25. September, dem Tag der Lancierung des neuen Angebots, bekannt geben. (hjm)

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