Sunrise-UPC baut massiv Stellen ab

21. Januar 2021, 10:48
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Bei den 3200 Mitarbeitenden wird der Rotstift angesetzt. "Deutlich weniger als 30%" müssen gehen, so das Unternehmen.

Die Zusammenlegung von Sunrise und der Kabelnetzbetreiberin UPC schlägt aufs Personal durch. Der zweitgrösste Telekomkonzern plant einen grossen Stellenabbau.
Betroffen davon werden "deutlich weniger als 30%" der heutigen Mitarbeitenden sein, wie Sunrise-UPC mitteilt. Das genaue Ausmass des Einschnitts werde später bekannt gegeben. Laut den letzten verfügbaren Zahlen hatte Sunrise Ende September über 1700 Vollzeitstellen, während es bei UPC mehr als 1500 Mitarbeitende waren.
Derzeit werde die neue Organisationsstruktur erarbeitet und die Selektion für die Führungsebenen vorgenommen. "Dieser Prozess wird voraussichtlich einen Stellenabbau zur Folge haben und bis im April dauern. Danach wird die konkrete Grössenordnung des gesamten Stellenabbaus bis zum Abschluss der Integration bekannt sein", schreibt Sunrise-UPC.
Der Abbau finde vor allem in den Backoffice-Funktionen und auf den Führungsebenen statt. Sunrise-UPC habe gut 600 Führungskräfte, sagte Konzernchef André Krause zur Nachrichtenagentur 'AWP'. Das seien zu viele Manager. Dagegen seien die kundennahen Bereiche weniger von den Einschnitten betroffen. So sei es nicht geplant, Läden zu schliessen. Sunrise habe 95 Shops, UPC rund ein Dutzend. Es gebe nur einzelne Überschneidungen.
Von den jährlichen Gesamtsynergien von 275 Millionen durch die Fusion will Sunrise-UPC 187 Millionen bei den Kosten sparen. Der geplante Personalabbau mache davon nur den kleineren Teil aus, sagte Krause. Die grössten Einsparungen ergäben sich bei den Infrastrukturen, Lieferanten, dem UPC-Mobilfunkvertrag mit der Swisscom, bei der IT oder Gebäudezusammenlegungen. Den Hauptsitz werde das gemeinsame Unternehmen am bisherigen Sunrise-Sitz in Opfikon haben.
Spätestens Ende Juni will Sunrise-UPC für den Grossteil der Mitarbeitenden eine klare Perspektive hinsichtlich ihrer Funktion im kombinierten Unternehmen aufzeigen können. "Der gesamte Integrationsprozess wird, wie bei solchen Zusammenschlüssen üblich, mehrere Jahre dauern", schreibt der Telekomkonzern.
Mit der Gewerkschaft Syndicom und den Mitarbeitervertretungen wurde ein Sozialplan verabschiedet. Dieser umfasst neben einem Outplacement-Programm auch einen Fonds über 2,5 Millionen Franken für individuelle Härtefälle und Qualifizierungsmassnahmen.
Update  21. Januar, 14 Uhr: Statements von André Krause eingefügt.

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