Sunrise wird Langzeitmieter in Glasfasernetzen

1. März 2018 um 13:09
  • telco
  • sunrise
  • geschäftszahlen
image

20 Jahre Miete bei SFN, IWB, SIG. Ausserdem hat der Verkauf der eigenen Funkmasten dem Telco einen Gewinnsprung beschert.

20 Jahre Miete bei SFN, IWB, SIG. Ausserdem hat der Verkauf der eigenen Funkmasten dem Telco einen Gewinnsprung beschert.
Der Telekomanbieter Sunrise hat 2017 einen ausserordentlichen Gewinnsprung erzielt. Waren es im Vorjahr noch 87 Millionen, lag der Nettogewinn im letzten Jahr bei 505 Millionen Franken. Dies war allerdings hauptsächlich auf den Verkauf der Funkmasten zurückzuführen, der einmalig 500 Millionen Franken in die Kassen des Telcos spülte.
Der Umsatz sank dagegen um 2,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 1,1 Prozent auf 592 Millionen Franken.
Die Aktionäre erhalten trotzdem eine um 20 Prozent erhöhte Dividende. Die Erhöhung soll auch dieses Jahr fortgesetzt werden.
Besonders stolz äusserte sich der Sunrise-Chef Olaf Swantee vor Journalisten zur Entwicklung im Geschäftskundenbereich, wo man 2017 Firmen wie Nestlé oder Swiss habe gewinnen können. "Wir glauben, dass sich die Stabilisierung in diesem Bereich 2018 fortsetzen wird", sagte er. Grund für seine Zuversicht sei, dass sein Unternehmen in diesen Bereich stark investiert habe. Allerdings, so gab Swantee zu, gebe es hier "durchaus noch viel zu tun".
Zu Gerüchten um eine mögliche Übernahme durch den Konkurrenten Liberty Global (Besitzer von UPC Schweiz), die Mitte Februar von verschiedenen Schweizer Medien publiziert worden waren, wollte sich Swantee hingegen nicht äussern. "Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte oder Spekulationen", betonte der Chef.
Trotzdem fügte er an: "Wir verfolgen eine klare Stand-Alone-Strategie." Die Planung ist somit weiterhin klar auf eine Tätigkeit als einzelnes Unternehmen ausgerichtet.
Dauermieter in Glasfasernetzen
Ausserdem gab Sunrise bekannt, dass man neue Glasfaser-Zugangsvereinbarungen mit SFN (Swiss Fibre Net AG) und mit IWB (Industrielle Werke Basel) abgeschlossen habe und eine entsprechende Partnerschaft mit SIG (Services Industriels de Genève) erneuern werde.
Das Ziel der Vereinbarungen sind langfristige, nicht entziehbare Nutzungsrechte für Sunrise über einen Zeitraum von 20 Jahren. Um sich diese zu sichern, zahlt der Telco einen Vorab-Beitrag an die Investitionen der Partner in der Höhe von 56 Millionen Franken.
Durch den Vertrag mit SFN, einem Zusammenschluss von mehreren Stadtwerken, erhält Sunrise Netzzugänge unter anderem in Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und im Oberwallis.
Ausserdem, so Sunrise, sei man daran, die Netzzugangsvereinbarung mit Swisscom, die im Jahr 2014 abgeschlossen wurde und Ende dieses Jahres ausläuft, zu erneuern. Sunrise hofft dabei auf ähnliche Bedingungen wie bei den anderen Verträgen. (hjm)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Aargau verlangt für Aufrüstung auf 5G nachträgliche Baugesuche

Die Forderung des Kantons geht auf ein Bundesgerichtsurteil zurück. Entsprechende Gesuche werden in den kommenden Wochen auch andernorts fällig.

publiziert am 2.7.2024
image

Telcos gründen Joint Venture für eigene KI

Die deutsche Telekom und weitere Konzerne wollen ein Large Language Model spezifisch für die Telekom-Branche entwickeln.

publiziert am 20.6.2024
image

Bundesrat Rösti bittet Telcos zum Runden Tisch

Der Bundesrat möchte, dass das Schweizer Mobilfunknetz auch bei einem längeren Stromausfall noch funktioniert. Das würde die Telcos aber Millionen kosten.

publiziert am 18.6.2024
image

Sequotech Gruppe wächst deutlich

Die Schweizer Gruppe erreichte 2023 einen Umsatz von rund 43 Millionen Franken. Alle Unternehmen verzeichneten ein Wachstum.

publiziert am 13.6.2024