Supercomputer-Spezialist Schulthess verteidigt sein Budget

18. Dezember 2008, 13:58
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Der neue Chef des Hochleistungsrechenzentrums in Manno über UBS und die Frage, warum die Schweiz gerade jetzt in einen neuen Hochleistungscomputer investieren sollte.

Der neue Chef des Hochleistungsrechenzentrums in Manno über UBS und die Frage, warum die Schweiz gerade jetzt in einen neuen Hochleistungscomputer investieren sollte.
Thomas Schulthess, seit 1. Oktober Direktor des Hochleistungsrechenzentrums (CSCS) der ETH in Manno, nimmt in einem Interview mit der Online-Zeitung 'ETH Life' ausführlich zum Forschungs- und IT-Standort Schweiz Stellung. Der preisgekrönte Supercomputer-Spezialist wechselte vom berühmten Hochleistungs-Rechenzentrum in Oak Ridge in den USA nach Manno, weil er glaubt, dass sich in der Schweiz relativ leicht ein Netzwerk von guten Wissenschaftlern aufbauen lässt. Man habe in den USA mit HPCs (High Performance Computers) gezeigt, was mit Simulationen in den Naturwissenschaften möglich ist und müsse nun weitergehen. Ausserdem habe das junge Informatikdepartement der Università della Svizzera italiana die besten Voraussetzungen, in die Hochleistungsrechnerei einzusteigen.
Schulthess sieht in der Klimaforschung wie auch in der für die Schweiz traditionell wichtigen Material- und Nanowissenschaften sowie in der Chemie einen Schwerpunkt der Tätigkeit des CSCS.
Sind 150 Millionen Franken viel oder wenig?
Schulthess glaubt übrigens nicht, dass die Schweiz in Wissenschaften und Informatik einen Rückstand aufzuholen habe. Wenn, dann sei eher "überholen" angesagt.
Auf die Frage, wie sich die 150 Millionen Franken, die die Schweiz für das CSCS bis 2011 investieren will, rechtfertigen liessen, antwortet Schulthess mit einem zur Zeit schweizweit populären Argument: "Wieviele Milliarden sollen zur Rettung der UBS ausgegeben werden? Dieses Rettungspaket ist sicher sehr wichtig für unsere Volkswirtschaft, aber wir stopfen damit die Löcher der Vergangenheit. Bei der HPC-Strategie geht es um viel kleinere Summen, und wie bei anderen Investitionen in Forschung und Lehre um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. (Christoph Hugenschmidt)
(Quelle: Hier gibt es das ganze Interview im Original: Überholen statt aufholen.

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