Support für Luzerner IT-Mittelschule

15. August 2013, 14:57
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Die Luzerner Regierung müsse ihren Blickwinkel öffnen, meint ICT-Berufsbildung Schweiz.

Die Luzerner Regierung müsse ihren Blickwinkel öffnen, meint ICT-Berufsbildung Schweiz.
Gestern ist bekannt geworden, dass es in Luzern mittelfristig wohl doch keine Mittelschule mit Schwerpunkt Informatik geben wird. Grund: Es fehlen die finanziellen Mittel. Heute nun äussert sich der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz dazu. Man nehme den Entscheid der Luzerner Regierung "mit grossem Bedauern und Unverständnis" zur Kenntnis und fordere "mehr Weitsicht", heisst es in einer Mitteilung des Verbands.
Der Kanton Luzern reagiere doppelt falsch, wenn er aus Spargründen auf die Schaffung einer Informatikmittelschule verzichte. Gemäss aktuellen Zahlen hat die Schweizer Volkswirtschaft bis 2020 einen Rekrutierungsbedarf von 72'500 ICT-Fachkräften. ICT-Berufsbildung Schweiz prognostiziert bis ins Jahr 2020 einen Fachkräftemangel von 25'000 Personen. Deshalb sei der Entscheid für die Volkswirtschaft schädlich. Zum andern sei die Argumentation der Zusatzkosten zu eng.
Vollschulische Angebote in der Berufsbildung seien zwar kostenintensiv (ein Abgänger kostet den Staat rund zweieinhalb Mal mehr als eine Abgängerin einer dualen Berufsausbildung, sprich Lehre), doch diese staatlichen Schulangebote machten durchaus ökonomisch Sinn, argumentiert ICT-Berufsbildung Schweiz, wenn diese in Berufsfeldern erbracht werden, wo nachgewiesenermassen ein Mangel an Fachkräften bestehe.
In Bezug auf die Finanzierung hilft ICT-Berufsbildung Schweiz der Luzerner Regierung etwas auf die Sprünge. Würde die Luzerner Regierung ihren Blickwinkel öffnen, schreibt der Verband, könnte sie auf folgende Idee kommen: In der Informatik besteht ein akuter Fachkräftebedarf. Wenn dieser gestillt wird, dann bringt das dem Kanton Wirtschaftswachstum und Steuererträge. Auf der anderen Seite gebe es das kaufmännische Berufsfeld, das zu viele Abgängerinnen und Abgänger produziere. "Weshalb also nicht eine oder mehrere Handelsmittelschul-Klassen weniger führen zugunsten einer oder mehrerer Informatikmittelschul-Klassen?", fragt sich der Verband. Die Anzahl Lektionen und damit die Kosten seien für eine Handelsmittelschule und eine Informatikmittelschule identisch. (mim)

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