Surfen wird zum grössten Sicherheitsrisiko

19. August 2008 um 14:11
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Im ersten Halbjahr 2008 wurde bereits deutlich mehr Malware über legitime Websites verbreitet als über E-Mails.

Im ersten Halbjahr 2008 wurde bereits deutlich mehr Malware über legitime Websites verbreitet als über E-Mails.
Gemäss einem aktuellen Report des Security-Spezialisten Websense sind E-Mails heutzutage nicht mehr das Hauptverbreitungsmittel für bösartige Programme wie Spyware, Viren, usw. Rund drei Viertel des gefundenen Schadcodes stammten im ersten halben Jahr dieses Jahres gemäss den Auswertungen der Websense Security Labs von an sich legitimen Websites, die von Angreifern konpromittiert wurden.
Eine erschreckende Zahl: Rund 60 der 100 meisbesuchten Sites der Welt enthielten gemäss Websense zumindest kurzfristig Malware oder wurden von Kriminellen auf andere Weise missbraucht.
Teilweise werden Websites von Angreifern "klassisch" gehackt, um Schadcode einzuschleusen. Dieser leitet dann Besucher auf verseuchte Sites der Angreifer um oder installiert direkt Schadcode auf dem PC der Besucher, ohne dass diese es merken. Gemäss einer Umfrage von Avira sind sich übrigens immer noch mehr als die Hälfte aller Internet-User dieser Gefahr kaum bewusst.
Es gibt aber auch andere, einfachere Methoden für Angreifer. Im Web 2.0-Zeitalter laden User auf Social-Networking-Sites immer mehr eigenen Content ins Internet - so können auch böswillige Leute ganz einfach Links zu verseuchten Seiten oder problematische Files hochladen.
Zunehmend buchen Angreifer auch über Mittelsmänner Werbebanner auf bekannten Websites, welche User dann auf problematische Sites locken. Aufgrund der manchmal mangelhaften Kontrollmechanismen können solche Banner längere Zeit von den Sitebetreibern unentdeckt bleiben. Betrügerische Werbebanner liefen zum Beispiel auf MySpace, Excite.com, Yahoo mail und Perl.com und in der Schweiz auf Blick.ch.
Ein Problem ist es gemäss Websense, dass immer noch die meisten Surfer den gesamten Inhalt einer Webseite mit ihrer URL verbinden, obwohl heutztage viele Inhalte von anderen Servern stammen. Wer dem "Oberbetreiber" traut, traut typischerweise allen Inhalten. (hjm)

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