Swico auf vorsichtiger Distanz zu "Phoenix"

18. November 2009, 17:24
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Swico vermisst Einbezug von kleinen und "IT-Rand-Firmen." Zweifel an der Finanzierung eines neuen, grossen IT-Einheitsverbands.

Swico vermisst Einbezug von kleinen und "IT-Rand-Firmen." Zweifel an der Finanzierung eines neuen, grossen IT-Einheitsverbands.
Am 26. November wollen die Protagonisten das sagenumwitterte "Projekt Phoenix", ein politisch und gesellschaftlich einflussreicherer Schweizer IT-Dachverband, "in einem grösseren Rahmen" vorstellen. Dies schreibt der Wirtschaftsverband Swico in einem Brief an die Mitglieder.
Gemäss Swico wurde das Projekt Phoenix von Vertretern von Siemens Schweiz, Credit Suisse, Acccenture, IBM, Google und Microsoft entwickelt. Angestossen wurde das Projekt durch Bundesrätin Leuthard an einem denkwürdigen Wirtschaftstreffen vor einem Jahr (inside-it.ch war in der Gestalt des Märchenonkels undercover dabei). Auffallend an der Liste der von Swico erwähnten Initianten ist, dass kein Vertreter der Schweizer Software-Industrie mehr dabei ist.
Swico schreibt, der Vorstand habe sich "intensiv" über Phoenix unterhalten. Der Verband findet die "Zielsetzung" von Phoenix gut, warnt aber gleichzeitig dass der "Weg zur Zielerreichung und insbesondere die Finanzierung ... sehr schwierig" sei. Zudem gebe es divergierende Meinungen zum Phoenix-Ansatz schreibt der Verband. Ein breit abgestützter Verband müsse auch kleine Firmen als Mitglieder haben und auch solche aus IT-Randbereichen (Unterhaltungselektronik, Printing) einbeziehen.
Zudem sollen die bisherigen Kernthemen von Swico (Recycling, Energie, Verträge, Urheberrecht) im Fokus bleiben. Swico werde zwar im Steuerungsausschuss des Projekts "Phoenix" mitarbeiten, doch wolle man auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass "Swico in irgendeiner Form in Phoenix aufgeht oder mit einem anderen Verband fusioniert."
Man sieht, dass es noch ein weiter Weg bis zum angestrebten Einheitsverband der Schweizer IT-Industrie ist. Wenig geholfen haben dürfte der Beitrag im Wirtschaftsmagazin 'Eco' des Schweizer Fernsehens vom 19.10.2009, in dem sich Peter Waser, Schweizer Chef der nicht überall geliebten Microsoft, als erfolgreicher Lobbyist im Nationalrat in Sachen IT präsentierte. (Christoph Hugenschmidt)

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