Swico fordert 20% höhere Kontingente für Fachkräfte aus EU/EFTA

5. August 2019, 12:39
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Der Anbieterverband Swico fordert für 2020 die Erhöhung der Kontingente von Fachkräften aus EU/EFTA-Staaten um 20 Prozent.

Der Anbieterverband Swico fordert für 2020 die Erhöhung der Kontingente von Fachkräften aus EU/EFTA-Staaten um 20 Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die Aufenthaltsbewilligung "B". Dies geht aus der neuesten Stellungnahme des Verbands zuhanden des Staatssekretariats für Migration hervor.
Für Dienstleistungserbringer aus EU-EFTA-Staaten sollten die Kontingente mindestens unverändert bleiben, keinesfalls gesenkt werden.
Die ICT-Anbieter seien "in besonderem Ausmass" betroffen davon, wenn die B-Kontingente nicht erhöht würden, speziell diese Bewilligungen seien sehr gefragt. Die Swico-Mitglieder hätten vermehrt multinationale Projektaufträge und würden entsprechende Skills sowie Marktkenntnisse benötigen. Diese seien in der Schweiz nicht vorhanden und die 20-Prozent-Erhöhung damit nötig, so die Stellungnahme.
Der Verband macht sich auch Sorgen, wie sich ein geordneter oder ungeordneter Brexit auf den Schweizer IT-Fachkraftmarkt auswirkt. "Es sind britische Mitarbeitende von Schweizer Firmen betroffen", so Geschäftsführerin Judith Bellaiche auf Anfrage von inside-channels.ch. Ausserdem sei unklar, inwiefern Mitarbeitende aus UK in der Schweiz verbleiben können.
Es ist offen, ob neue Abkommen zwischen der Schweiz und UK genügen. Sie sollten laut Bundesrat eine "möglichst friktionslose Weiterführung der Beziehungen in einigen Bereichen nach dem Brexit garantieren". Es sei zu befürchten, dass die britischen Staatsangehörigen nicht in der Schweiz bleiben können oder man nicht mehr auf diese zugreifen könne und diese auf Kosten der bestehenden Kontingente gehen könnten, so Bellaiche.
Der Verband sagt, dass die 2019 von der Schweiz schon beschlossene Zahl von "Spezial-Kontingenten" für Briten – 1400 Kurzzeitbewilligungen "L" sowie 2100 B-Bewilligungen – für das kommende Jahr genügend seien und beibehalten werden sollen.
Der Schweizer Arbeitskräftemarkt könne den Bedarf an Schweizer Informatik-Fachleuten "bei weitem nicht decken". Nun sind die Arbeitslosenzahlen bei Informatikern "50plus" bemerkenswert. Hat die Branche also auch im Markt der "älteren" Fachleute alles ausgeschöpft? "Wir haben bei 50plus zunehmend Skill-Sets, die nicht gefragt sind. Der Markt von Schweizern mit gefragten Skills ist grösstenteils ausgeschöpft," hält Bellaiche fest. "Es gibt ein Problem der Informatiker 50plus und man kann am Skills-Gap arbeiten, ebenso beim Frauenanteil in der IT. Dies lässt sich aber nicht in 12 Monaten lösen, das sind langfristige Aufgaben."
Die Einschätzung der Fachkräfte-Situation basiert laut Bellaiche auf mehreren Sounding Boards des Swico, allgemeinen Branchentrends und der Annahme, dass der Bedarf an ICT-Fachkräften hierzulande kontinuierlich steige. (mag)

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