Swico will Heimat für Startups werden

19. Januar 2017, 12:45
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Der erste ICT-Verband widmet sich Startups: Gemeinsam mit dem IFJ will Swico Jungunternehmer schon vor der Gründung betreuen.

Der erste ICT-Verband widmet sich Startups: Gemeinsam mit dem IFJ will Swico Jungunternehmer schon vor der Gründung betreuen.
Niemand wird in der ICT-Szene so umgarnt wie die Startups. Von allen Seiten werden sie gelockt, gefördert, gecoacht und gelobt. Impact Hub, Kickstart Accelerator, Sictic und das KTI sind nur einige Player. Das "Ökosystem" ist so komplex, noch niemand hat es aufzeichnen können.
Nun tritt der erste klassische ICT-Verband auf die Bühne, der Anbieterverband Swico. "Wir wollen Jungunternehmer abholen und ihnen eine Verbandsorganisation bieten," sagt Swico-GL-Mitglied Giancarlo Palmisani.
"Wir haben als einzige reine ICT-Anbieterorganisation einen klaren Fokus zu bieten", so Palmisani gegenüber inside-it.ch und inside-channels.ch. Konkret ein politisches Issue Management, Wissen und ein Netzwerk von Firmen, also mögliche Partner, Kunden oder Business Angels.
Das Ziel sei nicht nur Neu-Mitglieder zu gewinnen. "Wir wollen helfen, dass sie optimale Startchancen haben", so Swico. Für das Startup-Programm holt sich der Verband nun das IFJ Institut für Jungunternehmen als Partner an Bord. IFJ bietet seit Jahren und branchenübergreifend diverse Dienstleistungen an, von Beratung bis zur Formulierung eines Businessplans und Vorbereitungskurse zur Firmengründung.
Workshops und Networking mit Business Angels
Als Resultat hat man ein gemeinsames Programm erarbeitet, das in den nächsten Wochen und Monaten angeboten wird. Es besteht aus Workshops, in denen künftige Jungunternehmer eine Businessidee evaluieren können sowie Gründerkursen oder auch Referaten von Grössen aus der Swico-Mitgliederbasis. Umgekehrt glaubt Swico, dass sich unter den Anbieterfirmen auch Business Angels für Startups interessieren würden.
50 bis 60 neue Verbandsmitglieder hofft Swico im ersten Jahr zu finden, doch bleibt die Mitgliedschaft freiwillig. Um auch preislich attraktiv zu sein, sind für Startups die Beiträge auf 200 Franken reduziert, aber sie gelten als normal berechtigte Mitglieder und können von allen Mitgliedschaftsleistungen profitieren. Die bekannten Modellverträge wie den "Software-Lizenzvertrag" können sie gratis beziehen und man erweitert die verbandseigene Arbeitgeberplattform um spezifische Startup-Themen.
Mit der Gründung einer eigenen Interessengruppe "Startups" will der Verband den Community-Gedanken fördern, falls diese entsprechend Interesse zeigen, sich zu treffen.
Das vielleicht für Jungunternehmer abstrakteste, aber langfristig interessanteste Beitrittsargument dürfte aber sein, dass sich Swico in politischer Hinsicht für Startups einsetzen will. "Wir werden eine Debatte wie diejenige um Steuerfragen nicht verpassen". Mit seiner Erfahrung und den Ressourcen kann der Verband sich auch von den diversen bestehenden Vereinigungen für Fintechs, Mobile Firmen oder dem Gamer-Verband unterscheiden.
Ist auch mit Übernahmen von kleineren und jüngeren Verbänden durch Swico zu rechnen? "Das lassen wir auf uns zukommen", so Palmisani. (mag)

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