Swift kündigt neue Strategie an

17. September 2020, 15:36
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Das Interbankensystem wird technologisch modernisiert, um sich vom Messaging Carrier wegzuentwickeln.

In der Ära von neuen digitalen Währungen und Debatten über digitales Zentralbankengeld und DLT muss sich auch Swift weiterentwickeln, um Bestand zu haben und nicht obsolet zu werden.
Noch läuft über Swift laut Experten etwa die Hälfte aller internationalen Transaktionen. So wurden unter anderem 2019 Cloud-Initiativen lanciert.
Und die Welt wandelt sich weiter. Vor kurzem hat die Genossenschaft bekannt gegeben, man senke die Kosten um 60%, ausserdem sollen 40% der Transaktionen in weniger als 5 Minuten abgewickelt werden.
Nun hat Swift sich nicht nur eine neue Strategie verordnet, sondern beginnt mit deren Umsetzung, so eine Mitteilung. Mit einer geplanten digitalen Plattform sollen Transaktionen im Zahlungsverkehr vereinfacht und die Abwicklung im Wertpapiergeschäft beschleunigt werden.
In den kommenden zwei Jahren wolle man die Art und Weise, wie Zahlungs- und Wertpapiertransaktionen abgewickelt werden "grundlegend verändern. Die Genossenschaft will ihr Leistungsangebot über die Übermittlung von Finanznachrichten hinaus zu einem umfassenden Transaktions-Management erweitern", heisst es dazu. Klassische Bankhäuser sollen dabei eingebunden werden und profitieren, Fintechs ebenfalls.
Die neue Swift-Plattform nutze APIs und die Cloud, um Abwicklungsdienste bereitzustellen, welche die Banken bis anhin selbst finanziert hätten, heisst es weiter. Mit der gemeinschaftlichen Plattform sei das künftig nicht mehr nötig. Damit nicht genug: "Neue und umfangreiche Datenressourcen ermöglichen die Vorabprüfung entscheidender Daten, das Aufdecken von Betrugsversuchen, Datenanalysen, die Nachverfolgung von Transaktionen und das Management von Sonderfällen."
Nicht vergessen wird in der Mitteilung, dass man in Cyber-Security und Risikomanagement investiere, denn ebenfalls nicht vergessen ist der Hack des Swift-Netzwerks 2016, bei dem Diebe von der Zentralbank Bangladeschs mindestens 81 Millionen Dollar in diesem speziell kritischen System stahlen, an dem 11'000 Finanzinstitute mittun.
Mit der Plattform, so das Selbstlob, werde das "Potenzial für sofortige und reibungslose Transaktionen zwischen mindestens vier Milliarden Konten von Finanzinstitutionen im Swift-Netzwerk freigesetzt".
Eine Referenzbank hat Swift, welche ein hochsicheres, unterirdisches RZ im Thurgauischen Diessenhofen betreibt, auch schon. Die Deutsche Bank, welche ihrerseits Aufsehen erregt, weil sie im grossen Stile in die Cloud gehen will. "Dass sich Swift vom Messaging Carrier zu einem Anbieter entwickelt, der unsere 'Deutsche Bank Transaktionsplattform' für internationalen Zahlungsverkehr unterstützt, begrüssen wir sehr", lässt sich Stefan Hoops, Managing Director, Head of Corporate Bank bei Deutsche Bank, zitieren.

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