"Swiss Health Platform" nimmt Betrieb auf

10. Oktober 2007, 13:25
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Das Team Centris/CSC/Adcubum/HP schickt nach drei Jahren Entwicklungsarbeit ihre neue Krankenkassenplattform in den Live-Betrieb.

Das Team Centris/CSC/Adcubum/HP schickt nach drei Jahren Entwicklungsarbeit ihre neue Krankenkassenplattform in den Live-Betrieb.
Einen Monat lang hat man bei Centris noch abgewartet, aber nun fühlte man sich offentsichtlich genügend sicher, die Sache öffentlich bekannt zu geben: Seit einem Monat verwaltet die Luzerner Krankenkasse Xundheit ihre Versicherten über die von Centris betriebene neue "Swiss Health Platform". Diese soll bei Centris nach und nach die in die Jahre gekommene Kernapplikation "IRIS" ablösen.
Anscheinend gibt es, bei einem Softwareprojekt dieser Grössenordnung keineswegs selbstverständlich, bisher keine gröberen Mucken. "Das System SYRIUS ASE und die damit verbundenen Systeme beweisen eine weit höhere betriebliche Zuverlässigkeit, als es von einer solchen komplexen Neueinführung im ersten Monat zu erwarten ist", meint Patrick Progin, der CEO des Solothurner Unternehmens Centris. Und auch der Chef des Kunden, Donald Locher, CEO der Xundheit, lässt sich mit einem Lob zitieren: "Die Sachbearbeitenden geben positive Rückmeldungen und schätzen unter anderem die hohe Benutzerfreundlichkeit.“
Hinter der "Swiss Health Platform" (SHP) stehen neben dem Betreiber Centris auch CSC, HP und Adcubum. Von Adcubum stammt die Krankenkassenlösung "SYRIUS". Diese wurde im Rahmen des Projekts vom Systemintegrator CSC und Centris zur neuen Version "SYRIUS ASE" (Application Server Edition) weiterentwickelt, auf der die SHP basiert. Ein Teil der Erneuerung der Plattform war auch die Umstellung von Mainframes auf eine offene Server-Architektur. HP liefert die neue Hardware-Infrastruktur und ist für die hardwarenahe Integration zuständig.
Centris hat momentan insgesamt 18 Kranken- und Unfallversicherer mit insgesamt rund 1,7 Millionen Versicherten als Kunden. Diese sollen nach und nach auf die neue Plattform migrieren. Gegenwärtig werden bei Adcubum aber noch zusätzliche Softwareteile entwickelt, über welche die Kassen die nichtobligatorischen Teile ihres Firmenkundengeschäfts verwalten sollen. Als nächste Krankenkasse wird, wie uns Centris-CEO Patrick Progin erklärte, die Swica migrieren, allerdings erst, wenn die neuen Softwarereleases parat sind. Einen Zeitrahmen wollte er deshalb noch nicht nennen.
Die Nase vorn
Anfang 2005 war von einer Einführung der SHP Anfang 2007 die Rede, vor einem Jahr rechnete man damit, dass Xundheit im Juli live gehen könnte. Die Verzögerung hält sich damit, für ein Projekt dieser Grösse, einigermassen in Grenzen. Für Centris, CSC und Co. ist schon dies ein Prestigeerfolg, gerade auch weil ein anderes potentielles Konkurrenzteam im Markt für Krankenkassensoftware, BBT ("Valsana") und Swisscom IT Services (SCIS), vor einem halben Jahr über den Schwierigkeiten der Entwicklung einer neuen Plattformgeneration ("Valsana #") zerbrochen ist. Und das erst noch beim Projekt für die ÖKK, einer früheren Centris-Kundin, die sich SCIS geschnappt hatte...
Billiger und flexibler als die Konkurrenz, glaubt Centris
Die SHP basiert auf einer Service-orientierten Architektur (SOA) und dürfte eines der grössten - vielleicht sogar das grösste - SOA-Projekt sein, das bisher in der Schweiz durchgeführt wurde. Die einzelnen Komponenten der Software kommunizieren miteinander und nach aussen nicht über einzeln programmierte Schnittstellen, sondern liefern und erhalten Daten als "Services" in XML-Formaten. Dies soll es unter anderem ermöglichen, die Lösung rasch an neue gesetzliche Vorgaben oder kundenspezifische Ansprüche anzupassen.
Die Versicherer sollen durch die standardisierte Branchenlösung von vereinfachten Prozessabläufen, einer deutlichen Effizienzsteigerung bei der Rechnungsbearbeitung sowie Prozessdurchgängigkeit profitieren, was insgesamt ihre Transaktionskosten senken soll.
Patrick Progin hofft, durch diese Vorteile auch neue Kunden für Centris gewinnen zu können, ob dies nun bestehende SYRIUS-Anwender oder andere sind: "Natürlich kämpfen wir dafür!" Centris hat jedoch, wie uns Progin erklärte, gemäss dem Vertrag mit CSC und Adcubum kein Exklusivrecht auf SYRIUS ASE. Falls die Software von einem anderen Dienstleister – auch SCIS ist zum Beispiel seit neuem ein Partner von Adcubum - betrieben werden sollte, würde Centris aber immerhin etwas mitverdienen. (Hans Jörg Maron)

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