Swiss ICT Award für wenig bekannte IoT-Plattform aus Zürich

14. November 2017, 18:43
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Mit Nomos System erhält die Auszeichnung eine Firma, welche die IT-Branche nicht auf dem Radar hatte. Der Newcomer heisst Advertima.

Mit Nomos System erhält die Auszeichnung eine Firma, welche die IT-Branche nicht auf dem Radar hatte. Der Newcomer heisst Advertima. Urs Hölzle von Google erhielt eine Auszeichnung für das Lebenswerk.
800 geladene und zahlende Gäste fanden sich im KKL ein, um die Gala der Swiss ICT Awards, organisiert vom Verband SwissICT, live zu erleben. Unter ihnen viele VIPs der Schweizer Branche, gesichtet wurden - in keiner speziellen Reihenfolge - die Spitzen von Zühlke, Ergon, Netcetera, Adnovum, Finnova, Six oder HP Inc und SAP Schweiz und einige mehr.
Aus der Politik war die Präsenz überschaubarer: Franz Grüter (SVP-Nationalrat, ICTswitzerland-Vize und Green-VRP) sowie Jacqueline Badran (SP, Zeix) haben wir im Gewühl entdeckt.
Zurück zur Gala: Vergeben wurde von der Jury zuerst der Newcomer-Award. Thomas Dübendorfer, Internet Entrepreneur and Business Angel, gab den Gewinner bekannt: Advertima. Nur noch persönlich wichtige Informationen erhalten, das verspricht Advertima mit der eigenen KI-Lösung. Und meint damit primär Werbung im öffentlichen Raum: Sensoren erfassen Daten aus dem realen Raum, ebenso Informationen über Menschen, die sich darin bewegen. Hinzu kommen beispielsweise Informtionen aus CRM-Systemen und diese werden mit Machine-Learning verknüpft. Das KI-Produkt der St. Galler heisst "The Experience Management System" und "generiert ein individualisiertes Informationserlebnis", so der Advertima-Vertreter in gängigem Werber-Deutsch.
Swiss ICT Award für IoT-Plattform von Nomos System
"And the Winner is ... Nomos System" rief SwissICT-Präsident Thomas Flatt. Die IoT-Automatisierungs-Software des 2010 gegründeten Zürcher Unternehmens wurde bereits mit einem Red-Herring-Award ausgezeichnet. Die Lösung könne Tausende aktueller Automatisierungsprotokolle für Multimedia, Software, Service und Gebäude entschlüsseln und mit proprietären IoT-Apps verbinden. Die Plattform sei mit 250 Millionen IoT-Geräten kompatibel, so die Firma selbst. Die Schliessung der Lücke zwischen Hardware und Software-Steuerung hat die Jury beeindruckt. Nomos System habe sich mit der Business-Lösung einen strategischen Vorsprung verschafft. Und Industrie4.0 könne schneller wachsen, so Gründer und CEO Bernard Hüssy selbst.
Die Gewinner schienen überrascht angesichts der anderen Finalisten und vermutlich hatten die Wenigsten im Saal Nomos System und deren Produkt verfolgt. Weniger als 100 Treffer findet Google mit der Suche nach der Firma, die auch in Österreich und Deutschland entwickelt. "In unserer bescheidenen Welt sind wir nun weltberühmt", hatte die eher verschwiegene Firma zur Preis-Nomination kommuniziert. Das hat sich geändert.
Special Award für Google-Mitarbeiter Nummer acht
Einen Special Award gab es auch noch. Diesen erhielt Urs Hölzle, Mitarbeiter Nummer acht bei Google und seit über 20 Jahren eigentlich nicht mehr in der Schweiz berufstätig. "Ich sehe das als Anerkennung, dass es mit Google in Zürich geklappt hat." Er, Senior Vice President for Technical Infrastructure, ist verantwortlich für die gesamte Infrastruktur des Internetgiganten. Der ETH-Absolvent wurde im fernen Google-Cloud-Standort im Sunnyvale im Silicon Valley, via Videoaufzeichnung präsentiert.
Laudator Franz Grüter fand Superlative für den Zürcher Hölzle: "Er ist ein Vordenker, Inspirator und hat bewiesen, was ein Schweizer alles erreichen kann. Sein Bekenntnis zum Entwicklungsstandort Zürich ist einzigartig."
Anschliessend galt es, das Publikumsurteil zu sprechen. Mit 40 Prozent wurde das vorgängige Online-Voting gewichtet, 60 Prozent im Saal. Nomos System wurde dabei verblüffenderweise letzter aller zehn Finalisten.
Es gewann SwissCognitive. Der Preis sei "eine enorme Bestätigung", sagte Mitgründer Andreas Fitze, bekannt als CIO des Jahres 2015 und damaliger Ruag-IT-Chef. SwissCognitive ist ein Startup, das die Welt verbessern will: Man will nicht weniger als zum "World Economic Forum für AI" werden, das Experten und Laien, Unternehmer und Wissenschafter, Fans und Kritiker zusammenbringt, damit das Potential von AI bestmöglich genutzt werden könne. "Wir bringen Schweizer Firmen in eine Pole Position", so das Versprechen von SwissCognitive. 80 Schweizer Firmen habe man schon davon überzeugt. Die nominierende Jury erachtet das Projekt für den Standort Schweiz als wichtig, um eine Alternative zum Finanzplatz Schweiz aufzubauen.
Gut zu wissen: Es war der letzte Swiss ICT Award, der in Luzern vergeben wird und der letzte seiner Art ebenfalls: Der Preis wird zum "Swiss Digital Economy Award" umkonzipiert und dann von SwissICT, Simsa und Netzmedien in einer gemeinsamen Trägerstruktur vergeben. Ausserdem wandert der wohl wichtigste Preis der Schweizer ICT-Branche von Luzern nach Zürich, was auch der 'Luzerner Zeitung' zu Fragen Anlass gab. "Das ist nicht gegen Luzern oder gegen das KKL zu werten", sagte SwissICT-Präsident an einem Mediengespräch. In Zürich werde man Tische kaufen können und glaubt gleichzeitig auch an wesentlich mehr Gäste: Auf 1500 schätzt Flatt das Potential des neuen Awards. Und mit einem, von hämmernden Techno-Beat untermalten Clip versuchte man, die Neu-Positionierung als Award der "Digital-Branche" zu etablieren.
Lametta und "We are the champions" beendeten die Luzerner Epoche des Swiss ICT Awards und der Bier-Stand von inside-it.ch konnte überrannt werden. (Marcel Gamma)
Interessenbindung: Wir sind Medienpartner des Swiss ICT Award, Bier-Sponsor und Bier-Servierer.

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