Swiss Life will bei IT sparen

29. Juni 2009, 15:35
  • rechenzentrum
  • interview
  • informatik
image

In der Informatikabteilung des grössten Schweizer Lebensversicherers dürfte es erneut zu personellen Anpassungen kommen. Derweil soll das "Amarta"-Nachfolgeprojekt im kommenden Quartal endlich starten.

In der Informatikabteilung des grössten Schweizer Lebensversicherers dürfte es erneut zu personellen Anpassungen kommen. Derweil soll das "Amarta"-Nachfolgeprojekt im kommenden Quartal endlich starten.
In einem Interview mit der Fachzeitschrift 'Schweizer Versicherung' sagte Ivo Furrer (Foto), CEO von Swiss Life in der Schweiz, dass bei den Stäben, der Verwaltung und der IT die Kosten gebremst werden sollen. Ein weiterer Stellenabbau sei wahrscheinlich.
Kein "Big Bang" mehr
Furrer ist seit neun Monaten bei Swiss Life. Zu den bisher grössten Herausforderungen zählt er die "Neuausrichtung" der IT-Landschaft im Kollektivbereich. Damit ist das im Jahr 2000 begonnene und letztes Jahr gestoppte Informatikprojekt "Amarta" gemeint. "Amarta" gilt als eines der teuersten IT-Projekte der Schweiz, mit geschätzten Kosten von mehreren hundert Millionen Franken.
Man habe jetzt beim Nachfolgeprojekt "Kollektiv Versicherung Transformation" (KVT) Überlegungen angestellt, "wie ein Projekt wirklich erfolgbringend aufgesetzt werden kann", so Furrer. Auf der Kollektivseite habe es die Einsicht gebraucht, dass "das Business die IT führt sowie das System vorgibt und nicht umgekehrt."
Mit KVT wolle man einen "Big Bang" vermeiden, sagt Furrer. Die Zeiten für "solche grossen Würfe" seien vorbei. "Wir müssen mit kleinen Zwischenschritten Anwendungen entwickeln, die bestimmte Business-Anforderungen abdecken. Ausserdem halte ich es für sinnvoll, wenn möglich bereits bestehende IT-Lösungen mitzuverwenden." Es sei falsch zu glauben, man müsse alles selber neu entwickeln. "Wir haben uns vier Monate Zeit gegeben, um die entsprechenden Vorarbeiten anzugehen. Im dritten Quartal sollten wir so weit sein, die Umsetzung anzugehen", so Furrer.
Damit wird das "Amarta"-Nachfolgeprojekt bereits zum dritten Mal verschoben. Anfänglich sollte es Ende 2008 starten, später hiess es Mitte 2009, nun also im kommenden Quartal.
Stellenabbau
Zur Frage, ob es einen weiteren Stellenabbau geben wird, sagte Furrer: "Zum heutigen Zeitpunkt wäre es unseriös, einen Stellenabbau auszuschliessen." Man müsse bei den Stabsbereichen, der Verwaltung und der IT bremsen, aber im Gegenzug "an der Front" investieren. Bereits Ende 2008 hatte Swiss Life 80 Informatikstellen gestrichen.
Furrer sagte weiter, Group CEO Bruno Pfister habe im März dieses Jahres entschieden, die Konzern-IT aufzuheben und den Grossteil der Aufgaben in Furrers Geschäftseinheit Schweiz integriert. Dies unter anderem, weil rund 80 Prozent der Dienstleistungen für den Schweizer Markt erbracht werden. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Cyberangriff auf Infopro trifft auch Gemeinde Messen

Die Solothurner Gemeinde musste ihre Services nach einem Angriff herunterfahren. Derzeit kommuniziert sie über eine provisorische GMX-E-Mail-Adresse.

publiziert am 25.11.2022
image

Microsoft holt Daten aus dem Ausland in Schweizer RZs

Zügeltermin: Schweizer Microsoft-Kunden können ihre M365-Daten in hiesige Rechenzentren migrieren lassen. Bis April 2023 ist dies noch kostenlos möglich.

publiziert am 21.11.2022
image

Zürcher Gemeinden suchen RZ für Steuersoftware Nest

Rund 50 Zürcher Gemeinden wollen ihre Steuersoftware in ein gemeinsames RZ migrieren und zentralisieren.

publiziert am 14.11.2022
image

AWS eröffnet Schweizer RZs

Die Schweiz ist das siebte europäische Land, in dem AWS Rechenzentren betreibt. Um die 3 Standorte macht der Anbieter ein Geheimnis, bekannt sind sie trotzdem.

publiziert am 9.11.2022 3