Swiss migriert auf Amadeus - irgendwann

16. Oktober 2006, 10:53
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Zürcher Air-Transportation-Centre von EDS "nicht gefährdet".

Zürcher Air-Transportation-Centre von EDS "nicht gefährdet".
Die Swiss verhandelt zur Zeit mit EDS über eine Verlängerung des Vertrags für den Betrieb des Reservationssystsems. Dies geht aus einem Bericht in der gestrigen 'SonntagsZeitung' hervor. EDS-Sprecher Mark Saxer bestätigt dass die Verhandlungen in Gange sind, will sie aber nicht weiter kommentieren. Der Vertrag zwischen EDS, die bekanntlich 2001 die ehemalige Swissair-Tochter Atraxis übernommen hatte, und Swiss für den Betrieb des Reservationssystems läuft bis März 2008. Swiss und EDS haben gleichzeitig noch einen Rahmenvertrag, der bis 2010 läuft.
Grundsätzlich wird Swiss im Kielwasser der Mutterfirma Lufthansa auf das Reservationssystem des spanisch-französischen Anbieters Amadeus migrieren. Dieser Prozess wird aber länger als bis zum Vertragsablauf im März 2008 dauern.
Zürcher Airline-Kompetenz-Zentrum "überhaupt nicht" gefährdet
Dass EDS den Swiss-Vertrag für das Reservationssystem verlieren wird, war absehbar. Bei der Übernahme der Swiss durch die Lufthansa war das Synergiepotential in der Informationstechnologie ausdrücklich genannt worden und auch EDS-Chef Pierre Klatt sagte schon im Sommer 2005 im Exklusiv-Gespräch mit inside-it.ch, er rechne damit, dass Swiss und Lufthansa ihre Systeme konsolidieren würden.
EDS habe seine zwei Reservations- und Abfertigungssysteme, eines stammt historisch von Atraxis, das andere aus den USA, unterdessen erfolgreich weiter entwickelt, sagt Saxer. Bereits seien zwei kleinere Kunden auf die SOA-basierte (SOA = service oriented architecture) neuen Systeme migriert worden und ein grosser Kunde werde dies demnächst tun, so Saxer. Um welche Airlines es sich handelt, wollte Saxer nicht sagen, da die Migrationen noch nicht abgeschlossen sind.
Das EDS "Air Transportation Centre of Excellence" - im Kern die ehemalige Atraxis - sei deshalb durch den absehbaren Wegfall von Swiss als Kunde für die Kernsysteme "überhaupt nicht" gefährdet, so Saxer. (Christoph Hugenschmidt)

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