Swiss Re mietet private Cloud von Swisscom

26. April 2016, 14:17
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Infrastruktur, Datenbanken und Entwicklungsplattform aus der Cloud: Vertrag über fünf Jahre abgeschlossen.

Infrastruktur, Datenbanken und Entwicklungsplattform aus der Cloud: Vertrag über fünf Jahre abgeschlossen.
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re wird in den nächsten fünf Jahren Infrastruktur, Datenbanken und Entwicklungsplattform aus der Swisscom Cloud beziehen, wie der grösste Schweizer Telco heute meldet. Swisscom wird dafür in seinen eigenen Rechenzentren eine private Cloud für Swiss Re betreiben. Inbegriffen seien sowohl Infrastructure-as-a-Service-, Platform-as-a-Service- und Database-as-a-Service-Ressourcen als auch eine übergreifende Integrationsschicht, das Service Management und Self-Service-Portale. Für Swiss Re sei dies ein erster Schritt in Richtung der Bereitstellung eines hybriden Cloud-Angebots.
Für Swiss Re soll es dadurch möglich werden, agil Speicherplatz und Rechenleistung den sich verändernden Ressourcenbedürfnissen anzupassen. Die Projektphase soll bis zum Ende dieses Jahres dauern, danach soll die private Cloud für Swiss Re nach und nach in den produktiven Betreib genommen werden.
Neue Lösungen will Swiss Re in Zukunft in der Swisscom Application Cloud entwickeln lassen. Swisscom - so Swisscom über sich selbst - setze auf moderne Software-Design-Methoden wie die funktionelle Zerlegung von Software in lose gekoppelte, Cloud-native Microservices, die sich alle horizontal skalieren und einfach anpassen liessen. Zudem nutze Swisscom mit Cloud Foundry den Industrie-Standard bei Cloud-nativen Open-Source-Plattformen.
Ein Geflecht von Outsourcing-Beziehungen
Swiss Re hat eine ganze Reihe von Outsourcing-Verhältnissen mit verschiedenen Dienstleistern, darunter CSC (Backup und Restore). Dies unterstreicht eine Aussage, mit der Manfred Kaufmann, Head of IT Shared Production Services bei Swiss Re in der Swisscom-Mitteilung zitiert wird: "Unsere Rolle als interner IT-Provider ist im Wandel. Wir sind vermehrt Service Broker und Integrator für das Business und wollen Services mit der bestmöglichen Kosteneffizienz zur Verfügung stellen."
Werden durch den neuen Cloud-Vetrag mit Swisscom bestehende Dienstleistungsverhältnisse tangiert, beziehungsweise verlieren andere Dienstleister Aufträge? Am ehesten käme dafür wohl der erwähnte Auftrag an IBM in Frage.
Die Swiss-Re-Pressestelle kommentierte unsere entsprechende Anfrage nicht. IBM erklärte, dass man Projekte von Kunden nicht kommentiere. (Was ja eigentlich nicht ganz stimmt, denn wenn man sie gerade ergattert hat, teilt man das der Presse meist gerne mit.) UMB-Chef Matthias Keller bestätigte unsere Vermutung, dass der Vertrag bezüglich Backup-Outsourcing nicht tangiert sei. (Hans Jörg Maron)

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