Swisscom: 5G-Moratorien verstossen gegen Bundesrecht

2. Mai 2019, 09:01
  • telco
  • swisscom
  • geschäftszahlen
  • 5g
image

Im ersten Quartal 2019 spürt der Telco den Wettbewerb, wird aber profitabler.

Im ersten Quartal 2019 spürt der Telco den Wettbewerb, wird aber profitabler.
Swisscom macht sich Sorgen wegen der drohenden kantonalen Moratorien für den 5G-Netzausbau. Sie würden den Ausbau bremsen, sagte Konzernchef Urs Schaeppi heute im Rahmen der Präsentation des Bilanzergebnisses des ersten Quartals.
Wirtschaft und Gesellschaft seien aber auf "topmoderne und schnelle Netze" angewiesen, sonst gerate die Schweiz international ins Hintertreffen. Moratorien angekündigt haben konkret die Kantone Waadt, Genf und Jura. Laut Schaeppi würden solche Moratorien gegen Bundesrecht verstossen. Denn mit der Konzessionsvergabe sei ein Versorgungsauftrag verbunden. Swisscom hatte Anfang Jahr für 196 Millionen Franken 5G-Frequenzen ersteigert.
Swisscom will nicht mit Klage drohen
"Die Politik muss nun Farbe bekennen", so Schaeppi. "Man kann nicht auf der einen Seite eine topmoderne Infrastruktur fordern und auf der anderen Seite keinen Netzausbau zulassen."
Eine Klagedrohung wollte Schaeppi aber nicht in den Raum stellen. Es brauche einen Dialog mit den Behörden und Aufklärung. Für die Befürchtungen in Teilen der Bevölkerung habe er zwar Verständnis. Die Schweiz habe aber zehnfach strengere Grenzwerte als die meisten europäischen Länder. Und diese würden eingehalten, betonte Schaeppi.
Weniger Umsatz in der Schweiz
Im ersten Quartal 2019 weist das Unternehmen einen Umsatz von 2,86 Milliarden Franken aus. Dies entspricht einem Rückgang von knapp einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig nahm der Gewinn auf Stufe EBITDA um 5,8 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken zu. Dies habe auch buchhalterische Gründe, aber unter dem Strich sei der Reingewinn um 1,1 Prozent auf 383 Millionen Franken gestiegen, so der Telco.
Wie auch zuvor ging der Swisscom-Umsatz in der Schweiz zurück, während das Unternehmen in Italien zulegen konnte: Der Umsatz der italienischen Tochter Fastweb kletterte um 4,5 Prozent auf 514 Millionen Euro. Hierzulande aber sank der Umsatz um 1,9 Prozent auf 2,16 Milliarden Franken. Dies habe mit dem anhaltenden Preisdruck in verschiedenen Segmenten – insbesondere im Grosskundengeschäft – und dem Rückgang der Festnetztelefonie zu tun, wie seitens Swisscom erklärt wird.
Die Ziele für das Gesamtjahr sind unverändert. So peilt Swisscom einen Umsatz von rund 11,4 Milliarden Franken und einen EBITDA von 4,3 Milliarden Franken an. (kjo/sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

Bundesgericht bestätigt Netzsperren

Ausländische Anbieter von Online-Glücksspielen hatten versucht, sich gegen die sie verhängten Netzsperren zu wehren, blitzten aber vor Bundesgericht ab.

publiziert am 28.6.2022 1
image

Podcast: 5G und Glasfaser – wer soll beim Ausbau mitreden?

Wir waren am Telekom-Gipfel des Branchenverbands Asut und nehmen die Themen kritische Infrastruktur, 5G und Glasfaser auf. Die Telcos sagen: Finanzierung ja, hereinreden nein. Das geht nicht auf.

publiziert am 24.6.2022
image

Telekom-Chefs fordern mehr Unterstützung der Politik

Angesichts der Flut an Einsprachen gegen neue 5G-Mobilfunkantennen wünschen sich die Chefs der grossen Schweizer Telcos mehr Unterstützung durch die Politik. Punkto Glasfaserausbau zeigen sie indes wenig Kompromissbereitschaft.

publiziert am 22.6.2022
image

"Störungen wie letzte Woche wollen wir nie mehr sehen"

Jede Panne löst Turbulenzen und Unsicherheiten aus, sagte Bundesrätin Sommaruga an einem Telco-Anlass. Ihr Departement will nächstens Bestimmungen zur Netzstabilität vorschlagen.

publiziert am 21.6.2022 1