Swisscom baut 5G-Testumgebung

16. Juni 2016, 16:13
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Man sang am heutigen Asut-Seminar das Loblied der Digitalisierung. News gab es auch: Swisscom baut mit Ericsson und der EPFL zusammen eine 5G-Testumgebung.

Man sang am heutigen Asut-Seminar das Loblied der Digitalisierung. News gab es auch: Swisscom baut mit Ericsson und der EPFL zusammen eine 5G-Testumgebung.
Am heutigen Asut-Seminar kündigte Swisscom-CEO Urs Schaeppi zusammen mit Ericsson-Chef Hans Vestberg an, man wolle sehr bald eine Testumgebung für den künftigen Mobilfunkstandard 5 G in der Schweiz aufbauen. Forschungspartner ist die EPFL, Wirtschaft und Industrie sind aufgefordert; interessante Anwendungen mitzuentwickeln.
Ansonsten gab es heute Morgen im Berner Kursaal am 42. Swiss Telecommunication Summit vor allem ein Hohelied auf die Digitalisierung, auf die (digitale) Transformation von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, die mit ihr und durch sie anstehe, ja bereits voll im Laufen, sei zu hören. Der Saal war voll und die 900 Gäste – soviele wie kaum jemals – vernahmen die Refrains gerne: Keine Bange, alles kommt gut.
Die Argumente sind bekannt und lauteten auch weiland bei der Einführung von UMTS kaum anders: Wir brauchen immer mehr Bandbreite, für immer mehr extrem wichtige Anwendungen. Nur die Schlagwörter oder Losungen für die kommenden neuen Möglichkeiten wechseln mit der Zeit, wie früher die Jahreszeiten.
"Shaping the Digital Future" und "mobil, mobil, mobil"
"Digital Transformation" und wie man die digitale Zukunft formt ("Shaping the Digital Futue", so lautete das Motto der Tagung) ist vermutlich der wichtigste Slogan und Trend derzeit in der ICT. Gleich dahinter das Internet der Dinge (IoT), autonome Fahrzeuge und Virtual Reality (VR). Genau genommen gehören sie zusammen, denn für alles brauchen wir mehr Bandbreite, um noch mehr Daten über die Netzpipelines jagen zu können.
Und damit das auch "everywhere and everytime" passieren kann, ist heute alles "mobil, mobil, mobil", wie es SRG-Chef Roger de Weck in seinem Vortrag über die "digitale Medienrevolution als Chance für die Schweiz" bezeichnete
Schaeppis Ankündigung
Gerade deswegen hatte die Bekanntgabe der Implementierung einer Schweizer Testumgebung für die nächste, die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie (5G), die in den nächsten Wochen über die Bühne gehen soll den höchsten Nachrichtenwert. Fast schon en passant kam Swisscom CEO Urs Schaeppi darauf zu sprechen, bald schon am Ende seiner Präsentation über "die Zukunft der vernetzten Gesellschaft", liess er die Katze aus dem Sack.
Zusammenspannen wird der Provider Swisscom mit dem Technologiepartner Ericsson und der EPFL (École Polytechnique Fédérale de Lausanne) als Forschungspartner. Gemeinsam will man die Entwicklung von 5G erforschen und vorantreiben. Dazu stossen sollen Industriepartner, die Anwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Innovationsbereichen vorschlagen, erarbeiten und testen können. Auf Nachfrage von inside-it konnte Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher noch nicht enthüllen, welche Unternehmen dafür bereits zugesagt haben. Diese würden noch ungenannt bleiben wollen.
Laut Swisscom CEO Schaeppi sollen die Forschungsergebnisse aus dem 5G-Testbett die Definition der weltweiten Standards für die fünfte Mobilfunkgeneration unterstützen, welche voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein wird. 2020 dann soll 5G in der Schweiz bereit stehen und die Lösung sein für die weltweite, explodierende Zunahme der Zahl mobiler Geräte und entsprechender Datenmengen. Dazu gehören laut Swisscom Reaktionszeiten von unter 5 Millisekunden und eine Batterielebensdauer von bestimmten Endgeräten, die angeblich in Jahren gemessen werden wird.
Grosse Thesen zum Schluss: Digitalisierung führt zu einem neuen "Produktionskapitalismus"
Auf der 5G-Innovationsagenda stehen Themen wie Smart Transportation, autonomes Fahren, automatisierte Verkehrsleitsysteme, E-Health, Smart Grids, Massive IoT (Internet der Dinge) und Virtual Reality (VR). All die mehr oder weniger grossen Neuerungen (so richtig voran gekommen ist beispielsweise VR in den vergangenen 20 Jahren nämlich nicht) sollen zusammen ein neues Öko-System an Geschäftsmodellen ermöglichen.
Auch von diesen war im Berner Kursaal heute viel die Rede. Professorin Carlota Perez von der London School of Economics, Beraterin von Regierungen und Unternehmen, ordnete darüber hinaus die digitale Transformation in einen historischen Kontext ein, wobei sie darstellte, dass alle technologischen Paradigmenwechsel in gefährlichem Überschwang mündeten ("Bubble"), die junge Entwicklung wenigstens teilweise kollabierte ("Collapse") und eine Rezession folgte (in der wir gegenwärtig noch steckten). Aus der Ära der Installation eines Finanzkapitalismus würde das Pendel zurückschwingen, zu einer Phase des "Produktionskapitalismus", der das Erreichte zum Wohle der Menschen über eine gesamte Gesellschaft hinweg verteilen würde.Sie prophezeite ein "Goldenes Zeitalter" gestützt auf ICT und Wissenstechnologien, Hand in Hand arbeitend mit "grünen Technologien". Diese Prozesse müssten allerdings von der Politik, den Regierungen regulierend geleitet werden, um eine soziale Stabilität angesichts der Transformationen bewahren zu können. (Tom Sperlich)

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